Stadt Dortmund will Obdachlose schneller in Wohnungen vermitteln

mlzObdachlosigkeit in Dortmund

Die Stadt Dortmund will Obdachlose schneller von der Straße holen. Unterkünfte für Männer und Frauen bleiben ein Provisorium. Das Verfahren funktioniert gut.

Dortmund

, 18.02.2019, 04:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Januar und Oktober 2018 konnte die Stadt Dortmund für 47 Obdachlose eine Wohnung oder eine Wohngemeinschaft finden. Jetzt erhöht die Verwaltung das Tempo: Zwischen November 2018 und Januar 2019 sind bereits 40 Obdachlose in eine von der Stadt vermittelte Wohnung eingezogen.

„Dahinter steht gute Sozialarbeit mit Szenekenntnissen und umfangreichem Wissen über die Angebote in den Systemen. Die Sozialarbeiter müssen erkennen, wie die individuelle Situationen der Obdachlosen aussehen, um richtig antworten zu können“, sagte Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zoerner im Gespräch mit unserer Redaktion.

Ständig auf der Suche nach Wohnungen

Sie betonte, dass die Unterkünfte für Männer an der Unionstraße und für Frauen in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße als „Notaufnahmen“ dienten. „Wir wollen da keinen verfestigten Aufenthalt haben, sondern dass die Menschen in eine Wohnung einziehen“, sagte sie.

Deshalb bietet die Stadt in der Unionstraße auch überwiegend keine Einzelzimmer oder Zimmer für Paare an. Auch für Paare seien bereits Wohnungen gefunden worden. Die Notschlafstellen sollen den Gästen maximal 14 Tage zur Verfügung stehen.

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Schon 2014 hat die Verwaltung begonnen, ihr „Wohnraumvorhalteprogramm“ auszubauen. Derzeit verfügt sie über 731 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Die Stadt sucht ständig Hauseigentümer, die Obdachlosen eine Wohnung anbieten und damit die Perspektive auf ein besseres Leben ermöglichen möchten. Die Miete zahlt die Stadt Dortmund. Laut Stadtsprecherin Anke Widow halten Sozialarbeiter den Kontakt zu den ehemals Obdachlosen auch dann, wenn sie in eine Wohnung eingezogen sind.

Schnell eine Lösung für Obdachlose finden

Die Männerübernachtungsstelle in der Unionstraße dient als „Clearingstelle“. Sozialarbeiter sollen schnellstmöglich die Probleme erkennen und individuelle Lösungen finden. Die Frauenübernachtungsstelle in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße soll an einen neuen Standort umziehen und 50 Plätze anbieten. Dafür sucht die Stadt Dortmund einen Betreiber, der ein Grundstück und eine Immobilie verwenden kann (vorher stand hier, dass der Standort an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße erweitert werden soll. geplant ist ein Umzug).

Die Vermittlung von Wohnungen sei nicht einfach, weil freier Wohnraum in Dortmund knapp ist. Wohnungen sucht die Stadt in Gesprächen mit großen Wohnungsunternehmen und anderen Vermietern. Scheitern kann eine Vermittlung auch an den großen Problemen eines Bürgers, der den Weg in einen geregelten Alltag nicht schaffen kann. Die Dortmunder Diakonie bietet ein „Wohnungstraining“ an.

Die schnelle Vermittlung in eine Wohnung und Betreuung durch Sozialarbeiter funktioniert offenbar gut. Alle von der Straße geholten Bürger wirkten „sehr zufrieden“. In Einzelfällen sei es auch gelungen, dass eine bezahlte Arbeit aufgenommen wurde.

Frauen in einer Wohngemeinschaft

Mitte Februar 2019 wurden sechs Frauen in 3er-Wohngemeinschaften und zwei Frauen in eigene Wohnungen vermittelt. Die Frauen aus den Wohngemeinschaften hätten ihren Betreuern erklärt, dass sie gerne dauerhaft in der WG wohnen möchten.

Eine Person befinde sich derzeit in einer Klinik und erhalte anschließend das Angebot, in eine Wohnung einzuziehen. In einem Fall war ein Obdachloser zu einem Einzugstermin nicht erschienen.

Jobcenter vermittelt Arbeit

Pro Monat nehmen 40 bis 50 Obdachlose beim Jobcenter in Dortmund die „mobile Wohnungslosenberatung“ in Anspruch. 2019 konnten Jenny Vesper und Christian Kürpick vom Jobcenter bereits 28 Bürgern eine Arbeit vermitteln. Laut Jobcenter-Sprecherin Vitalia Seidel haben 50 weitere Personen aus diesem Bereich eine staatlich geförderte Arbeitsgelegenheit aufgenommen.

Hauseigentümer können der Stadt Dortmund freien Wohnraum melden, den sie für Obdachlose zur Verfügung stellen möchten. Kontakt: 5 02 46 17.
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