Stadt erklärt Bürgern die Baumfällungen in der Bolmke

Naturschutzgebiet

Seit im Dezember zahlreiche Bäume in der Bolmke gefällt wurden, gibt es Zoff zwischen der Stadt und den Fans des Naturschutzgebiets südlich des Signal Iduna Parks. Jetzt versuchte die Forstverwaltung, auf einem Infotreffen die vielen Fragen der Bürger zu beantworten. Die wichtigsten Erklärungen im Überblick.

BAROP

, 25.01.2016, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deshalb fielen im Dezember viele Weiden und Pappeln nahe der Gartenanlage Zur Quelle:

Sebastian Vetter sagte am Montagnachmittag, die Bäume am Rand des Waldes seien nicht mehr standfest gewesen. Stadtsprecher Frank Bußmann sprach vorher davon, dass sie in Dauernässe stünden. Ja, der Aufenthalt in einem Wald erfolge immer auf eigene Gefahr, sagte Vetter: In der Umgebung sei die Verwaltung aber in der Sicherungspflicht.

Weiter östlich werden Anfang Februar viele Rotbuchen gefällt.

Hier geht es um die sogenannte Durchforstung für eine Verjüngung. Außerdem hatte der Stadtrat beschlossen, nicht-heimische Bäume über Jahrzehnte durch Buchen, Erlen oder Eichen auszutauschen. Das soll vor allem bei den Erlen passieren, indem Samen natürlicherweise zu Boden fallen, sodass daraus neue Bäume wachsen. In einem vier Hektar großen Bereich würden 20 Prozent des Baumvorrates entnommen, so Vetter. "Wir ernten hier über zehn Jahre weniger als im gleichen Zeitraum nachwächst", versicherte er: "Das ist ein Gebot des Stadtrats. Das hat sich die Forstverwaltung nicht ausgedacht."

Warum werden ausgerechnet die großen alten Bäume entnommen?

"Die größten werden genommen, weil sie andere kleinere bedrängen", sagt Sebastian Vetter. "Ganz viele Bäume stehen eng beieinander", so Vetter. Dünnt man hier aus, könnten die übrig gebliebenen Bäume stabiler wachsen und zum Beispiel mehr Kohlendioxid binden: "Der einzelne Baum, der stehen bleibt, ist produktiver, wenn er mehr Platz hat", sagt Vetter.

Vorwurf 1: Schweres Gerät beschädigt den Waldboden und wegen des Abtransports müssen Schneisen geschlagen werden.

Durch die Arbeit unter anderem von Geräten wie sogenannten Harvestern wird der Boden stark verdichtet. Bezirksbürgermeister Hans Semmler mahnte: "Die Firmen, die hier reingehen, sollen bitte vorsichtiger arbeiten." Vetter sagte: "Dass es mit den gefällten Bäumen gerade doof aussieht, liegt daran, dass die Wege weich sind." Man könne das Holz momentan nicht abtransportieren. Rückepferde statt Maschinen seien wegen der Masse an Holz keine Option.

Vorwurf 2: Viele Tiere wie Spechte, Insekten oder Fledermäuse könnten durch die Fällungen ihren Lebensraum verlieren.

"Für die mobilen Tiere stehen Ausweichbiotope in der Nähe zur Verfügung", sagt Sebastian Vetter.

Vorwurf 3: mangelhafte Kommunikation

"Ich gebe zu, dass es bei den Pappeln im Dezember ein Kommunikationsdefizit mit den Naturschützern gab", sagte Vetter. Diese Naturschützer hatten vorher extra besonders schützenswerte Bäume markiert, damit diese verschont werden. Diese Markierungen sind bei den Fällungen aber nicht beachtet worden.

Vorwurf 4: Die Bäume werden verkauft, weil wirtschaftliche Verträge dazu verpflichten.

"Dieser Vertrag mit der österreichischen Firma Klausner ist vom Land NRW geschlossen worden", sagt Vetter, damit habe die Stadt Dortmund nichts zu tun. Dabei gehe es nur um Fichtenholz, in der Bolmke werden andere Arten gefällt.

Und was denken die Bürger am Ende?

"Im Artilleriegebiet sah es nicht so aus, wie in unserem Wald." - "Diese Rücksichtslosigkeit! Die Ehrfurcht vor dem Lebewesen fehlt." - "Das Gespräch lief schlechter als erwartet." Das waren die Meinungen zum Ende der Infoveranstaltung.

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