Stadt lässt Firmengebäude einfach zuwuchern

mlzGewerbegebiet Oestrich

So zugewuchert ist kein anderes Firmengebäude in der Stadt. Auf dem Nachbargrundstück, das der Stadt gehört, wächst ein „Urwald“. Das Unternehmen fürchtet um sein Image - und braucht Geduld.

Oestrich

, 19.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kunden der Firma Mengeder Fensterbau und Glasbau GmbH bekommen keinen guten ersten Eindruck, wenn sie zum ersten Mal das Unternehmen an der Straße Kammerstück besuchen. An der Südseite sieht das Gebäude völlig verwahrlost aus. Das Unkraut wuchert mannshoch, Brombeer-Pflanzen ranken an der Wand hoch. In den Frühstücksraum dringt kaum ein Sonnenstrahl.

Was der flüchtige Betrachter nicht weiß, die Pflanzen wurzeln auf dem Nachbargrundstück - und das gehört der Stadt Dortmund. Es ist sogar ein kleines Naturschutzgebiet, weil hier der Bodelschwingher Bach durchfließt.

Marcel Hacker ist seit Anfang des Jahres Mitarbeiter des Fensterbau-Unternehmens. Er weiß: „In diesem Jahr ist diese Fläche noch nicht gepflegt worden.“ Deshalb wurde die wuchernde Natur zu einem Problem für die Fensterbauer, und Hacker bekam den Auftrag, sich darum zu kümmern. Damals, im Frühjahr dieses Jahres, hatte er noch keine Ahnung, was auf ihn zukommt.

Ungewollte Hecke

Vermutlich hat die ungewollte Hecke noch keinen Kunden abgeschreckt, die Firma für Fenster- und Glasbau ist für Monate ausgelastet. Trotzdem ist der Zustand ein störendes Ärgernis. „Der Anblick fällt auf uns zurück“, sagt Hacker.

Zunächst wandte er sich an das Tiefbauamt. Mehrmals. Weil er keine Reaktion bekam. Was er noch heute nicht fassen kann. „Ich komme aus dem Vertrieb. Bei uns gibt es das nicht, dass man auf eine Anfrage nicht antwortet.“ Heute weiß er allerdings, dass die für das Stadtgrün zuständigen Mitarbeiter zu dem Zeitpunkt gegen die Raupenplage kämpften.

Wort gehalten

Bereits etwas verzweifelt, richtete er eine Anfrage an die Wirtschaftsförderung. Die kümmerte sich sofort - mit einer Anfrage an das Tiefbauamt. Auch diese Anfrage blieb ohne Reaktion. Mittlerweile war der Sommer weitgehend vorbei. Und erst der Zufall kam Marcel Hacker zu Hilfe. Denn eines Tages reinigte eine Mannschaft des Tiefbauamtes die Baumscheiben der Straße Kammerstück. Kurzentschlossen sprach er den Leiter der Gruppe an, schilderte ihm sein Problem. Der versprach Hilfe und hielt sein Wort.

Damit man das Fenster wieder öffnen kann

Wenig später, Anfang dieser Woche, bekam Hacker eine Nachricht von einem Abteilungsleiter aus dem Betrieb Stadtgrün. Mit dieser Nachricht kam die Erlösung, nach fast einem halben Jahr. Dem Unkraut soll es nun am 11. Oktober an den Kragen gehen. Darauf freut sich jetzt die ganze Belegschaft des Fensterbau-Betriebes. Denn dann kann man in der Mittagspause wieder das Fenster öffnen.

Jetzt hofft Marcel Hacker nur, dass die städtischen Mitarbeiter mit dem richtigen Gerät anreisen. „Da helfen keine Mähmaschinen, da braucht man schweres Gerät.“

Lesen Sie jetzt