Stadt nennt neuen Starttermin für den zweigleisigen Stadtbahn-Ausbau

mlzBrackeler- und Asselner Hellweg

Brenzlige Situationen auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln könnten längst Vergangenheit sein, doch der Stadtbahnausbau ist seit Jahren in der Warteschleife. Jetzt soll sich etwas tun.

Brackel

, 22.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lastwagen in beiden Fahrtrichtungen, an denen die Stadtbahn dicht vorbeifährt, und Autos, die auf das Gleis der Bahn ausweichen - so sieht es seit vielen Jahren zu Stoßzeiten auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln aus. Hinzu kommen Lkw auf dem Geh- und Radweg gegenüber den Firmeneinfahrten: Sie parken dort, obwohl es verboten ist, damit gefährden sie Radler und zwingen die Bahn zum Schritttempo.

Die Lösung dieser Probleme heißt: zweigleisiger Ausbau der Stadtbahn. Die 1,2 Kilometer lange Stadtbahn-Strecke zwischen den Haltestellen „In den Börten“ und „Businkstraße“ wird zweigleisig ausgebaut und baulich durch einen Hochbordstein vom Autoverkehr abgegrenzt. Auf der anderen Seite soll künftig ein Zaun den nach Norden verschobenen Geh- und Radweg von der Stadtbahn-Trasse trennen. So weit, so gut, doch der Ausbau beginnt einfach nicht. Dabei war Hubert Jung, Verkehrsvorstand der Dortmunder Stadtwerke (DSW21), bei der Vorstellung der Maßnahme im September 2015 noch von einem Baubeginn Anfang 2016 ausgegangen.

Die Bagger müssen in diesem Jahr noch in der Garage bleiben

Dann sollte Dezember 2018 Baubeginn sein, auch dieser Termin wurde nicht eingehalten. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka drückte zu Jahresbeginn seinen Unmut darüber aus. Voller Skepsis äußerte der SPD-Politiker die Vermutung, dass es wohl auch 2019 nicht klappen werde. Da allerdings widersprach ihm seinerzeit Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl. „Ich hoffe also, dass die Bagger dieses Jahr noch anrollen“, reagiert der Bezirksbürgermeister im Gespräch mit dieser Redaktion. „Das wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk.“

Doch auch daraus wird nichts: Wie Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage mitteilt, sei mit dem Beginn der Bauarbeiten erst Mitte April 2020 zu rechnen. Die Gesamtbaumaßnahme sei am 20. September veröffentlicht worden. „Bauaufträge sind noch nicht erteilt“, so der Stadtsprecher weiter, da die Ausschreibungsteile der Straßen-, Gleis-, Kanal- und Versorgungsträgerbauarbeiten in einem Auftrag vergeben würden. Das Vergabeverfahren beginne am 26. November, die Zuschlags- und Bindefrist ende am 10. Februar, sodass der Gesamtauftrag voraussichtlich Anfang März vergeben werde.

Stadt nennt neuen Starttermin für den zweigleisigen Stadtbahn-Ausbau

Trotz Parkverbot steht ein Lkw auf dem Fuß- und Radweg neben den Gleisen. Immerhin steht er dicht am Feld, sodass die Bahn gut vorbei kann. © Uwe Brodersen

Zu den Finanzen: Der zweigleisige Ausbau sei zur Ausschreibung freigegeben, sodass das in den verschiedenen Haushaltsjahren benötigte Geld eingeplant sei. Nach Angaben des Stadtsprechers kostet die Gesamtmaßnahme 18,6 Millionen Euro, aufgeteilt in 9,9 Millionen für den Gleisbau, 5,6 Millionen für den Straßenbau und 3,1 Millionen für den Kanalbau. Dabei würden die einzelnen Gewerke mit unterschiedlichen Prozentsätzen gefördert. Die Zuschüsse für den Gleisbau gebe der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der Straßenbau werde vom Land NRW, vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg, bezuschusst.

Stadt begründet Verzögerung mit hohem Planungsaufwand

Die jahrelange Verzögerung erklärt der Sprecher mit der Komplexität der Baumaßnahme. Diese habe einen erheblichen Abstimmungsaufwand zur Optimierung des Bauablaufes erfordert. Speziell die Gleisbau- mit den Fahrleitungsarbeiten, die Verlegung der Entwässerungsanschlüsse und der Einbau signaltechnischer Gleiskomponenten unter weitestgehender Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes in Verbindung mit der Signalisierung für den Individualverkehr in Abhängigkeit vom Bahnbetrieb hätten viel Abstimmung erfordert. Zeit gekostet hätten auch die Vereinbarungen mit dem Handel und den Gewerbetreibenden an der Umleitungsstrecke Holzwickeder und Aplerbecker Straße, um die Erreichbarkeit der Firmen aufrecht zu erhalten und den Verkehrsfluss zu optimieren.

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