Der Phoenix-See in Hörde ist ein beliebtes Ausflugsziel – leider auch für jene, die wenig Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen. © Hans Blossey
Ärger am Phoenix-See

Stadt verstärkt Einsatz gegen Poser und E-Scooter-Rowdys am Phoenix-See

Die Stadt sagt Verkehrsrowdys auf zwei und vier Rädern rund um den Phoenix-See den Kampf an. Sie will gegen die Poser-Szene und rücksichtslose E-Scooter-Fahrer vorgehen.

Dröhnende Motoren, verstopfte Straßen, Müll, rasante Scooter-Fahrten und nächtliches Gejohle. Vor allem an warmen Sommerabenden und an Wochenenden ist am Phoenix-See die Hölle los. Zum Leidwesen der Anwohner, die durch rücksichtslose Zeitgenossen aus dem Schlaf gerissen werden.

Besonders im Blickpunkt: die Poser-Szene, die mit aufgemotzten Autos die Uferstraße zu einer Art Laufsteg erkoren hat. „Wenn man auf die Nummernschilder guckt, sieht man: Die kommen aus dem ganzen Sauerland, aus dem Rheinland und dem Münsterland“, stellt Oberbürgermeister Ullrich Sierau fest.

Direkt an der See-Promenade sorgen rücksichtslose E-Scooter-Fahrer für Ärger – mit rasanten Fahrten ohne Rücksicht auf Spaziergänger und kreuz und quer abgestellten Rollern. Auch nächtliche Scooter-Touren, die nicht selten von lautem Gejohle begleitet werden, nerven die Anwohner.

Der Gehweg ist nicht mehr begehbar: So sieht es auf den Dortmunder Gehwegen häufig aus. Vor allem am Phoenix-See werden E-Scooter rücksichtslos abgestellt.
Der Gehweg ist nicht mehr begehbar: So wie hier sieht es in Dortmund häufig aus. Vor allem am Phoenix-See werden E-Scooter rücksichtslos abgestellt. © Susanne Riese © Susanne Riese

„Das ist überhaupt nicht hinnehmbar“, sagt Sierau nach mehreren Bürgerdialog-Veranstaltungen zu den Zuständen am See. Deshalb will die Stadt jetzt mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen gegen das unerwünschte Treiben vorgehen.

„Wenn sich nicht deutlich etwas ändert, werden wir andere Saiten aufziehen“, kündigt der Oberbürgermeister an.

Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei

Ein paar Saiten werden schon gespielt. Etwa in Form von regelmäßigen Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt – auch abends und an den Wochenende, betont Rechtsdezernent Norbert Dahmen.

Verstärkte Kontrollen des Ordnungsamtes sollen für Ruhe am Phoenix-See sorgen. Die SPD reichte in der BV eine weitere Idee ein.
Verstärkte Kontrollen des Ordnungsamtes sollen für Ruhe am Phoenix-See sorgen. Die SPD reichte in der BV eine weitere Idee ein. © Thomas Thiel (Archiv) © Thomas Thiel (Archiv)

Das Problem: Städtische Mitarbeiter dürfen selbst nicht in den fließenden Verkehr eingreifen und etwa Autos anhalten. „Deshalb sind wir auf die Zusammenarbeit mit der Polizei angewiesen“, erklärt Dahmen.

Helfen sollen jetzt aber auch verkehrsregelnde Maßnahmen: Die Stadt erklärt drei Straßen am Südufer – die Straßen Am Kai, die Hörder-Bach-Allee und die Phoenix-See-Straße für die Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr zu Anliegerstraßen. Das heißt, dass sie nachts nur von Anwohnern befahren werden dürfen. Für Ortsfremde gilt dann auch ein Parkverbot.

„Die Schilder sind bestellt und werden noch in dieser Woche aufgestellt“, verkündete Baudezernent Arnulf Rybicki am Dienstag (25.8.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands. Grundsätzlich will man auch stärker gegen Falschparker vorgehen und Besucher auf die vorhandenen Parkhäuser verweisen.

Stadt führt Gespräche mit E-Scooter-Betreibern

Und dann sind da noch die Scooter-Fahrer, die auf zwei Rädern direkt am Seeufer unterwegs sind. Gleich vier Scooter-Anbieter sind mit elektrisch angetriebenen Rollern am See vertreten.

Leider nutzt nicht jeder Kunde die Roller so, wie es vorgesehen ist. Und auch das nächtliche Einsammeln der Scooter durch die Anbieter, um die Akkus der Fahrzeuge wieder aufzuladen, ging zuletzt wohl oft sehr geräuschvoll vonstatten.

Damit soll jetzt Schluss sein. Man habe Gespräche mit allen E-Scooter-Betreibern geführt, berichtet Umweltdezernent Ludger Wilde. Ein Ergebnis: Es soll keinen nächtliche Akku-Austausch mehr geben. Und die Betreiber wollen sich gegenseitig beim „Aufräumen“ helfen und dazu beitragen, dass die Roller ordnungsgemäß abgestellt werden.

Fahrverbote nicht ausgeschlossen

Letztlich könnte die städtische See-Satzung, die die Regeln für Besucher am Phoenix-See festschreibt, angepasst werden, deutet Sierau an. Das könnte bis zu Fahrbeschränkungen gehen – anfangs etwa in Form eines nächtlichen Fahrverbots. Man wolle dosiert vorgehen, kündigt der OB an.

Und Arnulf Rybicki warf am Dienstag die Frage auf, ob die Scooter-Betreiber am Ende nicht auch Nutzer, die sich nicht an die Regeln halten, für Fehlverhalten haftbar machen könnten. Schließlich sind über GPS die Fahrten und Fahrer genau erfasst.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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