Klage gegen hohen Neubau nahe dem BVB-Trainingsgelände - so wehrt sich die Stadt

mlzHohenbuschei-Ärger

Willkürliche Entscheidungen nach Gutdünken und persönlichem Geschmack werfen Hohenbuschei-Anwohner dem Bauordnungsamt vor: Der Ärger über ein zu hohes Gebäude auf Hohenbuschei geht weiter.

Brackel

, 13.06.2019, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Streit um ein zu hohes Gebäude im Wohngebiet Hohenbuschei bleibt die Stadt Dortmund bei ihrer Haltung, vom seit 2015 gültigen Bebauungsplan abzuweichen. Zur Erinnerung: Martin Neumann und seine Lebensgefährtin, die ungenannt bleiben möchte, haben vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Klage gegen die Stadt Dortmund eingereicht - mit dem Ziel, die Baugenehmigung für den Neubau Max-Michallek-Straße 1 in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zurückzunehmen. Der ist mit viereinhalb Geschossen deutlich höher als die im Bebauungsplan vorgeschriebenen maximal dreieinhalb Geschosse. Außerdem haben die Kläger einen Eilantrag auf sofortigen Baustopp bei der Stadt Dortmund gestellt.

„Weit fortgeschrittener Rohbau“

Dem hat die Stadt mit Verweis auf den weit fortgeschrittenen Rohbau nicht zugestimmt. Zur Klage vor dem Verwaltungsgericht meint die Stadt, dass den Klägern, die an der Max-Michallek-Straße 3 wohnen, keine Nachteile entstünden. Das sehen Martin Neumann und seine Freundin naturgemäß ganz anders. Zum einen werde ihnen durch den zu hohen Nachbar-Neubau das Sonnenlicht genommen, zum anderen mindere der Klotz den Wert ihres eigenen Hauses.

Klage gegen hohen Neubau nahe dem BVB-Trainingsgelände - so wehrt sich die Stadt

So sieht der beklagte Neubau von der Hohenbuschei-Allee derzeit aus. © Andreas Schröter

In einem Schreiben der Stadt an das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, das der Redaktion vorliegt, ist von einem „städtebaulichen Akzent“ die Rede, den der Neubau mit seiner höheren Traufhöhe setze. Ursprünglich sei das zusätzliche Geschoss sogar noch großflächiger geplant gewesen. Gleichzeitig jedoch hat die Stadt Dortmund dem Bauherrn des Neubaus mitgeteilt, dass er nur auf eigene Verantwortung weiterbauen dürfe - sprich: Sollte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Baugenehmigung doch noch kippen, erhält der Bauherr keinerlei finanzielle Entschädigung von der Stadt.

„Seit einigen Wochen geringere Bautätigkeit“

Martin Neumann und seine Partnerin sagen, dass es seither augenscheinlich eine deutlich geringere Bautätigkeit am Neubau gebe. Ein weiteres Ärgernis sei übrigens ein Bauzaun, der weit in das Grundstück der Kläger hineinrage. Per Anwalt haben sie nun gefordert, den Zaun bis zum 23. Juni zu entfernen. Laut Martin Neumann habe er von der Nachbarschaft viel Lob für sein Vorgehen gegen die Stadt erhalten. Lediglich der BVB habe sich noch nicht geäußert. Der sei insofern betroffen, als dass der Neubau so hoch sei, dass man von seinem Obergeschoss bequem das Geschehen auf dem nahen Trainingsgelände des Fußball-Bundesligisten verfolgen könne. Vor Jahren habe der BVB eigens ein anderes erhöht liegendes Grundstück auf Hohenbuschei gekauft, um genau das zu verhindern.

Klage gegen hohen Neubau nahe dem BVB-Trainingsgelände - so wehrt sich die Stadt

Der Neubau und das links daneben stehende Haus der Kläger. © Andreas Schröter

Wie dem auch sei: Martin Neumann und seine Partnerin können nach wie vor nicht verstehen, wieso aufwendig und langwierig Bebauungspläne aufgestellt werden, wenn sie dann nicht eingehalten werden. Wie die Auseinandersetzung weitergeht, steht in den Sternen. Weil das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen überlastet sei, könne es bis 2021 dauern, bis eine Entscheidung fällt, haben Martin Neumann und seine Partnerin gehört. Kosten müssen sie nicht befürchten, denn ihre Rechtsschutzversicherung habe sich bereits mit der Übernahme einverstanden erklärt.

Bauärger auch am Schafstelzenweg

Bauärger gibts auch an einer Nachbarstraße: dem Schafstelzenweg. Dort hat ein Bauherr seinen Neubau mit einer Dachgaube versehen, was laut Bebauungsplan ausdrücklich untersagt sei, wie einer der Anwohner, der ebenfalls ungenannt bleiben möchte, ausführt. Ihn ärgere die Praxis des Bauordnungsamtes, offenbar nach Gutdünken und jeweiligem Geschmack der Mitarbeiter über Bauanträge zu entscheiden. Folge einer solchen Praxis sei - vermeidbarer - Streit unter den Nachbarn.

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Auch am Schafstelzenweg gibt's Ärger über einen Neubau mit Dachgaube. © Andreas Schröter

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