Stadt will bewegungsfaule Scharnhoster vom Sofa und Kinder vom Computer wegholen

mlzMasterplan Sport

Die Stadt möchte ihre bewegungsfaulen Bürger auf Trab bringen. Scharnhorst-Ost soll Pilotquartier für Sport und Bewegung im öffentlichen Raum werden. Dazu ist einiges in Planung.

Scharnhorst

, 05.02.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei ihren Bemühungen, sportlich inaktive, sprich bewegungsfaule Dortmunder vom Sofa zu holen und Kinder vom Computer loszueisen, hat die Stadt Scharnhorst-Ost als Pilotquartier im Visier.

Damit Scharnhorster mehr Spaß am Sport bekommen, sollen Angebote im öffentlichen Raum geschaffen werden. Denkbar seien Spielgeräte, Strecken zum Joggen, Nordic-Walken und Skaten, Sportgeräte für Senioren nach Art früherer Trimm-Dich-Pfade sowie kleinere Sportfelder, wie zum Beispiel eine Beachvolleyball-Anlage. Das skizzierte am Dienstag (4.2.) Sport- und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner.

Man habe für den Anfang Scharnhorst-Ost ausgewählt, weil es über mehrere Schulen und Sportflächen verfüge, so Zoerner. Zudem sei das Quartier ein Aktionsraum Soziale Stadt. Zoerner hat auch als Sozialdezernentin großes Interesse daran, das Angebot vor allem für Kinder attraktiv zu machen.

Baustein des Masterplans Sport

Die Maßnahme ist ein Baustein des Ende 2018 beschlossenen und Mitte 2019 gestarteten Masterplans Sport. Ein bisheriges Ergebnis des Masterplan-Prozesses ist, dass ein erheblicher Anteil der Sportler nicht vereinsgebunden sportlich aktiv ist. Das bedeute, sagt Zoerner, dass die Stadt die Sportinfrastruktur weiterentwickeln müsse. Das wiederum werfe die Frage auf, wie Räume gestaltet werden können, damit Menschen animiert werden, sich mehr zu bewegen. Das wolle man zunächst mit Scharnhorst-Ost durchspielen.

Zum Masterplan Sport gehörte auch eine empirische Befragung, für die unter anderem 10.000 Fragenbögen versandt wurden, von denen 2139 verwertbar zurückkamen. Danach liegt die Inaktivitätsquote bei der weiblichen Bevölkerung über die gesamte Stadt gesehen über dem Bundesdurchschnitt; bei den Männern ist sie fast deckungsgleich. Vor allem bei den Senioren und den Menschen mit Behinderung sei die Inaktivitätsquote relativ hoch, sagt Zoerner.

150 Minuten Schwitzen pro Woche

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 Minuten moderates Schwitzen pro Woche, damit man sich gesundheitszuträglich bewegt. Wenn nun entsprechende Angebote in Scharnhorst-Ost geschaffen werden, müsse man sich auch die Frage stellen, wer sich anschließend darum kümmert und das betreut, gab Zoerner zu bedenken. Bürger hätten die Möglichkeit, sich zu beteiligen.

Die Pläne werden am 25. Februar (Dienstag), 16 Uhr, im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit, im Ratssitzungssaal präsentiert.

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