Bei jedem BVB-Heimspieltag muss man rund um den Signal Iduna Park Angst um die Grünflächen haben. Die werden nämlich gnadenlos zugeparkt. Aber bald nicht mehr, kündigt die Stadt an.

Dortmund

, 25.02.2019, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Krokusse und Schneeglöckchen haben keine Chance. Auf der Rasenfläche an der Ardeystraße Ecke Am Segen, in der Nähe des Signal-Iduna-Parks, steht Auto an Auto.

Aus Rasen wird Schlammwüste

Es ist Sonntag, 18 Uhr, im benachbarten Stadion ertönt der Anpfiff der Bundesligapartie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass die Fahrzeuge, die aus dem Stück Wiese eine Schlammwüste machen, Fans des BVB gehören.

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Die kennen kein Pardon mit dem Stück Rasen, fahren quer über einen Bürgersteig oder einen Geh- und Radweg und parken ihr Fahrzeug. Immer, wenn der BVB zu Hause antritt, ist das so. Die Bezirksvertretung Hombruch mahnte das schon etliche Male gegenüber der Stadt an.

Die Zufahrt wird blockiert, kündigt die Stadt an

Dem SPD-Ortsverein Dortmund-Brünninghausen scheint endlich der Durchbruch gelungen zu sein. Das Tiefbauamt wird eingreifen – das ist Fakt. Ulrich Finger, Bereichsleiter Straßen und Unterhaltung, bestätigte das am Montag unserer Redaktion.

Entlang der Ardeystraße würden „zeitnah“ Steinblöcke aufgereiht, die eine Zufahrt zu dem Rasenstück unmöglich machen sollen. Entlang der Straße Am Segen wird es eine Kombination aus Holzpfählen und Steinen geben. Präziser als „zeitnah“ wird die Stadt noch nicht, weil sie auf die Steine warten muss.

Auch woanders parken BVB-Fans Grünflächen zu

Dabei ist die Ecke Ardeystraße/ Am Segen nicht der einzige Bereich, an dem wildes Parken bei BVB-Spielen angesagt ist. Dieselbe Situation ist auch an der Einmündung Schönaustraße/ An der Palmweide und an beiden Seiten des Krückenweges zu beobachten. Auch im Kreuzviertel werden Rasenflächen von Falschparkern missbraucht.

Auf privaten Flächen kann die Stadt fast nichts gegen Wildparker machen

Laut Stadt handelte es sich aber in diesen Fällen um private Rasenflächen, was ein Einschreiten für die Stadt kompliziert macht – wenn nicht gar unmöglich. Denn auf privaten Flächen habe die Stadt „keine Ermächtigungsgrundlage zum Einschreiten“, weil es keinen Tatbestand nach der Straßenverkehrsordnung gebe, sagt Maximilian Löchter von der Pressestelle der Stadt.

Kontrollen und Ahndungen durch die Verkehrsüberwachung seien nur bei sogenannten „Grünstreifen“ im Bereich gewidmeter öffentlicher Wegeflächen möglich, wie sie auf der westlichen Seite des Krückenweges in Fahrtrichtung Hombruch vorhandenen sind.

Wer erwischt wird, muss 35 Euro zahlen – eigentlich

Ach ja, wer es noch nicht wusste – es handelt sich beim Parken auf städtischen Grünflächen um einen Verstoß gegen die ordnungsbehördliche Verordnung – Befahren von Grünflächen – und wird mit 35 Euro sanktioniert, so die Information aus der Stadt-Pressestelle. Zumindest theoretisch, wenn die Stadt das auch durchsetzen würde.

Kommentar von Jörg Bauerfeld

Das ist dreist

Man kann über die Dreistigkeit der Autofahrer nur den Kopf schütteln, oder stellen die auch ihre private Rasenfläche zur Verfügung? Nur wer sind die, die die städtische Wiese als Parkplatz missbraucht? Entweder Autofahrer, die überhaupt keine Rücksicht nehmen, oder Spätankömmlinge, die dem Herdentrieb folgen und noch zeitig ins Stadion kommen wollen – was die Sache nicht besser macht.
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