Stadt zieht Ordnungsamts-Video aus dem Verkehr

mlzPersonal-Rekrutierung

Gerade mal fünf Tage stand ein Video über die Arbeit beim Ordnungsamt Dortmund im Netz, dann wurde es wieder gelöscht. Die Eingangsszene erinnerte an den letzten Dortmund-Tatort.

Dortmund

, 01.02.2019, 10:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Tage nach dem jüngsten Dortmund-Tatort stellte die Stadt ein Video ins Netz. Die Eingangssequenz wirkte wie eine Fortsetzung des viel gescholtenen Dortmund-Tatorts: düstere Atmosphäre, eine triste Industriekulisse, dann verdächtige Gestalten, die an einem heruntergekommenen, schlecht einzusehenden Ort Bier trinken und rauchen. Als sich zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes nähern, ergreifen die Gestalten sofort die Flucht, werden aber unter körperlichem Einsatz gestellt. Zu sehen sind die Ordnungshüter auch beim Training von Kampftechniken, bei der Kontrolle von Problemimmobilien und als gesamte Truppe vor dem Rathaus.

Das Video war von der Personalverwaltung der Stadt in Auftrag gegeben worden, um Mitarbeiter für den Kommunalen Ordnungsdienst zu rekrutieren. Bekanntlich hat die Ordnungsverwaltung Probleme, Personal für diese Jobs zu finden. Die Stadt warb mit dem Video auf der eigenen Homepage und in den sozialen Medien – und erntete hämische Kritik – auch im Zusammenhang mit dem Dortmund-Tatort, den Oberbürgermeister Ullrich Sierau seinerseits heftig kritisiert hatte.

Stadt: Video war zu lang

Die Stadt allerdings führt eine andere Begründung dafür an, warum das am 23. Januar auf Youtube hochgeladene Video schon nach fünf Tagen wieder entfernt wurde: Es sei mit 3:58 Minuten zu lang gewesen, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Der Film soll nun gekürzt und damit Social-Media-freundlicher gestaltet und kurzfristig wieder im Neuschnitt online gestellt werden. Man werde aber die Chance nutzen, „die Diskussion in den Social Media-Kanälen zu dem Film aufzunehmen und auch dahingehend das Video möglicherweise anzupassen“.

Auf Nachfrage erklärte Löchter, das Video sei eine Eigenproduktion der Stadt und „kostenneutral“ erstellt worden. Das Gleiche gelte für den Neuschnitt. Warum man wie im Video von Ordnungsamtsmitarbeitern verfolgt wird, wenn man im Freien Bier trinkt und raucht, beantwortet Löchter so: „Die ursprüngliche Eingangsszene sollte eine Arbeitssituation im Kommunalen Ordnungsdienst abbilden, welche zwar vorkommen kann, dennoch nicht alltäglich ist.“ Bier zu trinken und Zigaretten zu rauchen, sei grundsätzlich nicht verboten, doch „beim Erblicken der Mitarbeiterin und des Mitarbeiters des Kommunalen Ordnungsdienstes ergreifen die Personen sofort die Flucht – ohne Anlass und machen sich dadurch verdächtig – und die Mitarbeiterin und der Mitarbeiter nehmen die Verfolgung auf.“ Die Szene sollte im Kontrast zu den folgenden Szenen im Video wie dem Training und der Gebäudekontrolle stehen.

Dem Vernehmen nach soll nun der Leiter der neuen Stabsstelle „Markenkern Dortmund“, Thomas Kampmann, für den Neuschnitt des Videos sorgen. Von seinem obersten Dienstherrn, Oberbürgermeister Ullrich Sierau, wird Kampmann auch der „Westfälische Sisyphus der Kommunikation“ genannt.

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