Stadtbahn-Ausbau zwischen Brackel und Asseln verzögert sich erheblich

mlzNahverkehr in Dortmund

Eigentlich sollte der Ausbau der U43-Strecke zwischen Brackel und Asseln seit Ende 2018 laufen. Doch auf dem 1,2 Kilometer langen Stück wird sich bis August 2019 nichts tun - mindestens.

Brackel, Asseln

, 15.01.2019, 12:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf einen baldigen Ausbau der Stadtbahn zwischen Brackel und Asseln gehofft hatte, wird nun enttäuscht. Eigentlich sollte bereits im Dezember 2018 Baubeginn sein, nun nennt Stadtsprecher Michael Meinders den August 2019 als Beginn des Vergabeverfahrens. Damit ist aber noch nicht der Baubeginn gemeint.

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka sagt dazu: „Ich bin ziemlich sauer!“ – und gibt weitere Erklärungen: „Wegen der umfangreichen Nebenarbeiten (Kanäle, Änderungen an der Straße, Grundstückszufahrten der Firmen usw.) ist das Tiefbauamt der Stadt federführend bei dieser Baumaßnahme.“

Tiefbauamt ist abhängig vom Haushalt

Und das Tiefbauamt sei abhängig vom städtischen Haushalt, müsse also mit allen Ausschreibungen und Beauftragungen auf die Freigabe des Haushalts warten.

Der eigentliche Gleisbau, für den DSW21 verantwortlich zeichnet, sei aber von diesen Vorarbeiten abhängig. Daher stehe auch DSW21, eigentlich unabhängig vom Haushaltsrecht der Stadt, im Augenblick in Wartestellung.

Im Klartext heiße das: „Ausschreibungen können erst nach der Haushaltsfreigabe erfolgen und wenn man dann realistische Zeiträume einkalkuliert, werden die Bagger mit viel Glück noch 2019 rollen. Das bedeutet praktisch ein ganzes Jahr Verzögerung!“

Bezirksbürgermeister kann nur „den Kopf schütteln“

Man könne darüber nur den Kopf schütteln, denn der Politik sei bei Nachfragen als Start stets das letzte Quartal 2018 genannt worden. Czierpka weiter: „Nun heißt es also wieder warten und wir müssen überlegen, ob wir nun doch noch aktiv werden, um das Parken der LKW auf dem Bereich neben dem Gleis zu verhindern. Ein Gespräch mit der Polizei in Asseln habe ich bereits darüber geführt.“

Am eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Brackel und Asseln kommt es bislang zu Wartezeiten bei der Stadtbahn, weil die Stadtbahnfahrer auf die entgegenkommende Bahn warten müssen. Zudem wird in diesem Streckenabschnitt bis dato mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren, da Fuß- und Radweg, Stadtbahn-Trasse und Straße ohne besondere Trennlinie dicht nebeneinander verlaufen.

Lkw-Verkehr als große Gefahr

Gerade mit den Zulieferer-Lkw, die beim Abbiegen auf die Firmengelände ausschwenken und in den Gleisbereich hineingeraten, kam es schon mal zu kritischen Situationen. Durch den zweigleisigen Ausbau soll dieser Streckenabschnitt verbessert werden: Die Stadtbahnlinie U43 wird sicherer und schneller.

Die parkenden Lkw sorgen für gefährliche Situation für Radfahrer und Fußgänger.

DSW21 plant deshalb: Die 1,2 Kilometer lange Stadtbahn-Strecke zwischen den Haltestellen „In den Börten“ und „Businkstraße“ wird zweigleisig ausgebaut und baulich durch einen Hochbordstein (ähnlich wie an der Marsbruchstraße in Höhe Allerstraße) vom motorisierten Straßenverkehr abgegrenzt. Auf der anderen Seite trennt künftig ein Zaun den nach Norden verschobenen Geh- und Radweg von der Stadtbahn-Trasse. Die Haltestelle „Döringhoff“ erhält zudem einen Mittelbahnsteig und wird barrierefrei gestaltet.

9,9 Millionen Euro

Der Nahverkehr hat einen Kostenanteil von rund 9,9 Millionen Euro an dem Gesamtprojekt. Der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) stellt dafür Fördergelder in Höhe von insgesamt 8,8 Millionen Euro bereit, die im Herbst 2017 bewilligt wurden. DSW21 selbst trägt 1,1 Millionen Euro.

Für die Maßnahme sind insgesamt bis zu 30 Monate veranschlagt. Damit das Projekt so zügig wie möglich abgeschlossen werden kann, so teilt DSW21 mit, sind Parallelarbeiten der verschiedenen Bau-Gewerke vorgesehen. Sobald der genaue Zeitplan feststehe, sollen laut DSW21 die Anwohner über die Baumaßnahme und die notwendigen Umleitungen informiert werden.

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