Sölde: Für die Radfahrer ein Vorort zum Wohlfühlen

mlzStadtteilcheck

Wer hier auf zwei Rädern unterwegs ist, kommt gut zurecht. Auch sonst lässt es sich hier gut leben. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt, kritische Stimmen gibt es auch.

Sölde

, 10.11.2018, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn es Martin Habig nicht gäbe, müsste man ihn wohl erfinden. Der 51-Jährige ist ein Vorbild, was die Nutzung des Fahrrades angeht. Zwar wiegelt der Sölder gerne ab und bezeichnet das Radfahren als sein Hobby, doch irgendwie ist es mehr, denn an mindestens drei Tagen in der Woche erledigt Habig seine Außer-Haus-Termine ebenfalls auf zwei Rädern und mit Muskelkraft.

Das könnte unter anderem daran liegen, dass der ziemlich agile Anfang 50er in Sölde wohnt. Und dieser südliche Stadtteil hat in unserem Stadtteilcheck in Sachen Radfahren mit am besten abgeschnitten – in ganz Dortmund. Auf die Frage „Gibt es in und rund um meinen Wohnort gute Radwege“, gab es von den Teilnehmern den Daumen hoch.

Sölde: Für die Radfahrer ein Vorort zum Wohlfühlen

Das Haus Sölde, ein altes Rittergut, ist ein echtes Kleinod. © Jörg Bauerfeld

„In diesem Jahr habe ich über 2000 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt“, sagt Martin Habig, der mit den Radfahrmöglichkeiten vor Ort sehr zufrieden ist, vielleicht sogar die 10 für Sölde gäbe. „Sternförmig geht es von hier in alle Richtungen und in jede Richtung ist gut mit dem Fahrrad zu fahren“, sagt Habig.

Der Emscherradweg, die zahlreichen Seitenstraßen und Feldwege – das Angebot ist top. „Mit den Autofahrern gibt es in Sölde kein Problem“, sagt Habig. Die Radwege würden akzeptiert, parken auf selbigen sei eher die Ausnahme. Bei der Frage nach Verbesserungen für die Radfahrer muss Habig lange überlegen und dann in den Nachbarstadtteil abschweifen – nach Berghofen.

„An der Schüruferstraße am Übergang zum Phoenix-See, da muss einfach was gemacht werden“, sagt Martin Habig. Zwar habe man hier vor einigen Monaten eine Querungshilfe gebaut, doch die Situation sei weiter gefährlich für Radfahrer.

Das wurde positiv bewertet

Seelsorge: Auch hier hat Sölde überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Es mag daran liegen, dass hier noch beide Kirchen vor Ort vertreten sind. Mit Gottes- und Gemeindehaus. Es liegt aber sicher auch am Angebot vor Ort. Hier hat die katholische St. Marien-Gemeinde sogar eine öffentliche Bücherei ins Leben gerufen, hier gibt es bei der evangelischen Gemeinde ein breites Kulturangebot. Mit Konzerten und einem großen Ferienbiergarten – und man kennt sich.

Sölde: Für die Radfahrer ein Vorort zum Wohlfühlen

Die Evangelische Kirche an der Sölder Straße. © Jörg Bauerfeld

„Ich bin jetzt 20 Jahre Pfarrer hier in Sölde“, sagt der evangelische Pfarrer Dietrich Biederbeck. „Wir erreichen mit unseren Veranstaltungen viele Menschen in Sölde und darüber hinaus.“ Biederbeck ist zwar Vorsitzender der Georgsgemeinde, die in Aplerbeck beheimatet ist, führt aber die Seelsorgerstelle in Sölde aus. „Wir sehen es auch an der Anzahl der Leute, die an den Veranstaltungen der Kirche teilnehmen, dass doch eine Zufriedenheit herrscht.

Sport: Sölde ist sportlich und das Angebot scheint mehr als zufriedenstellend. Vor allem die beiden Vereine TuS Westfalia und der VfR Sölde sind hier tonangebend – und konnten mit den Faustballern des TuS Westfalia sogar schon einen Deutschen Meister feiern. Doch Martin Habig, der neben seinem Hobby dem Radfahren als zweites Hobby den Vorsitz der Westfalen führt, hofft auf noch größere Akzeptanz – wenn die neue Sporthalle an der Emschertalgrundschule gebaut wird. Die beiden jetzigen Hallen sind völlig marode, eine ist schon geschlossen. „Hier muss endlich etwas passieren, und zwar schnell, sonst laufen uns die Mitglieder weg“, sagt Martin Habig.

Das wurde negativ bewertet

Gastronomie: Nicht so gut abgeschnitten hat beim Online-Stadtteilcheck das gastronomische Angebot in Sölde. Neben der Gaststätte Alter Dorfwirt gibt es kaum noch Speiselokale. Der Sölder Hof ist eher eine Bierkneipe und ansonsten sind im Sölder Ortskern noch Pizzerien und Fast Food-Läden zu finden.

Sölde: Für die Radfahrer ein Vorort zum Wohlfühlen

Die Dorfschänke, eines der wenigen gastronomischen Angebote. © Jörg Bauerfeld

Eine Lösung zeichnet sich hier nicht ab. Leerstehende Gastronomie gibt es nicht und ein Neubau, in dem beispielsweise ein Restaurant eröffnen würde, ist nicht in Sicht.

Angebot für Jugendliche: Dass ein Ort im Dortmunder Süden mit einer guten Radanbindung und einem tollen Sportangebot nicht unbedingt auch ein gutes Angebot für Jugendliche hat, zeigt sich am Beispiel Sölde. Auf die Frage „Gibt in ausreichender Form spezielle Angebote für Jugendliche?“, sind die Antworten eher negativ. Sölde liegt zwar in diesem Punkt über dem Durchschnitt für alle Stadtteile, aber unter den Durchschnittswerten für Sölde. Eine Tatsache, die Ute Mais nicht so recht verstehen kann.

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