Stadtwerke zahlen 2,3 Mio. Euro fürs Klinikum

DORTMUND Die Stadtwerke (DSW21) helfen dem wirtschaftlich angeschlagenen Klinikum in diesem Jahr mit einer Finanzspritze in Höhe von 2,3 Mio. Euro aus. Auch die Stadttochter (EDG) soll ihren Teil zur Gesundung leisten.

von Von Achim Roggendorf

, 24.06.2008, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadtwerke helfen dem Klinikum mit einer Finanzspritze aus.

Die Stadtwerke helfen dem Klinikum mit einer Finanzspritze aus.

Die Aufsichträte beider Gesellschaften müssen der finanziellen Hilfe allerdings erst noch zustimmen. Doch das gilt als Formsache. Stadtwerkechef Guntram Pehlke sprach von einem "Solidarakt". Das Klinikum solle in kommunaler Hand bleiben. Auch, wenn die Stadtwerke mit einem Millionenbetrag aushelfen, am Klinikum beteiligen will der sich Konzern nicht. "Das gehört nicht zu unser Kompetenz. Davon verstehen wir nichts." Der Stadtwerkechef warnte zudem davor, Finanzanlagen der  DSW21 für notwendige Investitionen des Klinikums aufzulösen. "Wenn ich die Kuh melken will, darf ich sie nicht schlachten". So seien die Wertpapierfonds  "für unsere Pensionsrückstellungen." Der Griff in diese Rücklagen könnte die Stadtwerke in den Ruin treiben.

Gewinn der Stadtwerke fällt geringer aus

Trotz Zwangsüberweisung ans Klinikum weisen die Stadtwerke für 2007 noch einen Gewinn von 1,4 Mio. Euro aus. Das sind freilich 900000 Euro weniger als noch 2006. Und hätte die EDG, an der DSW21 beteiligt ist, nicht 2,3 Mio. Euro zusätzlich ausgeschüttet, wäre die Bilanz wohl noch schlechter ausgefallen. Hauptgrund für die geringere Ausbeute des Konzerns im vergangenen war nach den Worten von Pehlke der "deutliche Anstieg bei den Verkehrsverlusten".

Längere Betriebszeiten am Flughafen noch vor der Kommunalwahl 2009

Deutliche Worte verlor Pehlke auch zum Flughafen. Ohne längere Betriebszeiten habe es die "Startbahn Ruhrgebiet" schwer, sich zu behaupten. Er macht sich dafür stark, dass Flugzeuge, auch ohne Ausnahme, nach 22 Uhr am Airport starten und landen dürfen. Ein entsprechender Rats-Beschluss müsse noch vor den Kommunalwahlen 2009 her. Durch den Rückzug des dänischen Billigfliegers Sterling und der Lufthansa nimmt der Flughafen in diesem Jahr voraussichtlich eine Mio. Euro weniger ein. Ein Loch in die Kasse reißt auch der angekündigte Abzug auf Raten von easyJet. Der "Aldi der Lüfte" will die Hälfte seiner Verbindungen kappen. Damit dürfte das Defizit des Flughafens wieder steigen, nachdem es in den vergangenen Jahren auf 19,9 Mio. Euro gesunken ist. Pehlke wollte sich über die Höhe des erwarteten Verlustes für 2008 nicht äußern. Erst müsse klar sein, welche Strecken easyJet streiche. Dann könne man auch sagen, wie sich das bei den Einnahmen am Flughafen auswirke.

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