Ständig „Schaumpartys“ in Dortmunder Brunnen: Warum tun Stadt und Polizei nichts dagegen?

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Zum dritten Mal in diesem Sommer schäumt ein Brunnen in der City über. Was Passanten belustigt, ärgert diejenigen, die es wegmachen müssen. Ist es Zeit für eine „Task Force Schaumparty“?

Dortmund

, 06.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Kleppingstraße haben Schaumberge im Europabrunnen am Mittwoch für Aufmerksamkeit gesorgt. Einen Hinweis auf den oder die Verursacher gibt es noch nicht. „Natürlich ist uns daran gelegen, jemanden ausfindig zu machen“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Dazu müsste man aber jemanden auf frischer Tat ertappen, wie er flüssige Seife oder Waschmittel in einen Brunnen schüttet.

„Es ist mehr als ein Dummejungenstreich. Es kostet am Ende des Tages Geld“, sagt Löchter. Der Brunnen muss danach intensiv gereinigt und das Wasser ausgetauscht werden. Kosten: bis zu 1000 Euro. Außerdem belästige der Schaum bei Wind die Außengastronomie an der belebten Straße, argumentiert die Stadt.

Überwachung wäre nicht angemessen

Zu genauen Maßnahmen, wie so etwas verhindert werden könnte, äußert sich die Stadt Dortmund offiziell nicht. Die Grenzen sind aber eng gesteckt. Eine Rundum-Überwachung der Brunnen wäre nicht verhältnismäßig und personell nicht leistbar.

Bilder von Überwachungskameras in der Umgebung können aus datenrechtlichen Gründen nicht einfach ausgewertet werden. Zumal sie ohnehin nur das unmittelbare Umfeld der Geschäfte filmen dürfen, in denen sie angebracht sind. Also bleibt der Bereich um den Brunnen ein blinder Fleck.

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Dortmund ist mit dem Problem nicht alleine. In Köln schäumte im August ein großer Brunnen am Ebertplatz, in Bonn lief der Kaiserbrunnen über. Man könnte auch sagen: Das Spüli im Brunnen ist einer ältesten Streiche der Welt.

Manche Dortmunder finden es witzig - andere nicht

Die Meinungen der Dortmunder über den Schaum im Europabrunnen gehen auseinander. Viele finden es weiterhin witzig und halten es für übertrieben, sich über Zusatzarbeit und Kosten zu beschweren. Andere sprechen von einer „Sauerei“ oder finden schlicht den Witz alt und unlustig.

Europabrunnen an der Kleppingstraße, Gauklerbrunnen im Stadtgarten, der Bläserbrunnen am Alten Markt, der Wasserspielplatz am Mönchenwordt und andere - Dortmunds City ist wasserreich. „Wir können nur appellieren, die schönen Brunnen schöne Brunnen sein zu lassen und Schaumpartys woanders zu feiern“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Brunnen-Scherz kann eine Straftat sein

Ist es überhaupt verboten, etwas in öffentliche Brunnen zu schütten? Nach Einschätzung der Polizei Dortmund könnten die Schaumpartys als Sachbeschädigung oder Umweltdelikt eingeordnet werden. Um das zu verfolgen, müssen die Fälle jedoch zur Anzeige gebracht werden. Das sei bisher nicht geschehen.

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Weißer Schaum sprudelte am Mittwochnachmittag (4.9.) aus dem Europabrunnen an der Kleppingstraße. Es war nicht der erste Spaß dieser Art. Deshalb ist die Schaumparty nicht nur witizg. Von Felix Guth

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