Nikhil und Urvashi Tripathi bereiten in ihrer eigenen Küche hausgemachte indische Gerichte zu. © Schaper
Hausgemachte Menüs

Start-up: Indisches Ehepaar aus Kreuzviertel kocht traditionelle Gerichte

Die indische Küche ist mit zahlreichen Restaurants längst in Dortmund angekommen. Zwei Hobbyköche aus Indien wollen sich mit ihren Menüs nun abheben und legen besonderen Wert auf eine Sache.

Mit indischem Essen verbindet man in der Regel eine gewisse Schärfe: Curry und Chili kommen zur Geltung und geben den Gerichten einen gewissen Mächtigkeit. Aber genau davon wollen sich Urvashi und Nikhil Tripathi, die im Dortmunder Kreuzviertel zu Hause sind, abheben. „Wir wollen weg von dem Scharfen. Viel mehr wollen wir ätherische Öle ins Essen bringen und die Gewürze frisch mahlen. Dadurch bekommt das Essen eine andere Note“, erzählt Nikhil Tripathi.

Der 44-Jährige ist halb indisch und halb deutsch und arbeitet seit 13 Jahren im Restaurant Maximilian als Kellner. Im März schloss er seine Ausbildung zum Betriebswirt an der Wihoga Dortmund ab. Anschließend kam er mit seiner Frau, die aus Indien stammt, auf die Idee, eine neue Art indische Küche in Dortmund anzubieten und ein kleines Start-up zu gründen.

„Wollen keine Massenware anbieten“

Und wie soll das aussehen? „Wir wollen Drei-Gänge-Menüs anbieten. Dazu gibt es das klassische Mango-Lassi. Wir kochen entweder bei Menschen Zuhause oder man kann sich das Essen bestellen und bei uns abholen.“ Gekocht wird also in der heimischen Küche – und die ist nicht sehr groß, davon konnten sich unser Reporter und unser Fotograf überzeugen.

Info

  • Kontakt zu den beiden indischen Hobbyköchen kann man via Mail an mitliebeindischkochen@gmail.com oder via Telefon (01520) 4325557 aufnehmen.
  • Eine Homepage mit allen Angeboten ist in Planung.

Aber genau darum geht es den beiden auch: Sie wollen keine Standard-Gerichte anbieten. „Keine Massenware“, wie Nikhil Tripathi es nennt. Das Drei-Gang-Menü soll 25 Euro pro Person kosten und mit verschiedenen Hauptspeisen wählbar sein – Hähnchen, Lamm, Rind – aber natürlich auch eine vegetarische Variante.

Samosas mit Koriander-Chutney

Beide sind Hobbyköche und werden ihre Berufe weiterhin ausüben. Urvashi Tripathi arbeitet momentan in einem Kindergarten in Kirchhörde als Erzieherin und war zuvor auch schon im Schmackes, dem Restaurant von Kevin Großkreutz, tätig. „Wir wollen hausgemachte indische Küche anbieten. So, wie sie in meiner Heimat in Nordindien zubereitet wird“, erzählt die 37-Jährige.

Die Samosas waren mit Kartoffeln, Erbsen und Erdnüssen gefüllt.
Die Samosas waren mit Kartoffeln, Erbsen und Erdnüssen gefüllt. © Schaper © Schaper

Wie diese traditionellen indischen Gerichte schmecken, durften wir vor Ort gleich selbst ausprobieren. Zur Vorspeise gab es Samosas, die klassischen indischen Teigtaschen. Die Hobbyköche füllten sie mit Kartoffeln, Erbsen und Erdnüssen – eine ungewöhnliche, aber leckere Kombination. Dazu gab ein Koriander-Chutney, das eine angenehme Schärfe hatte und gut zu den eher milden Samosas passte.

Angenehme Schärfe im Nachgang

Als Hauptspeise gibt es „Hähnchencurry Goa“, wie Nikhil Tripathi seine Eigenkreation nennt. Hähnchen zusammen mit Kokosmilch und Ananas wird kombiniert mit Kreuzkümmel und Koriander und einem Hähnchengewürz. Dazu gibt es Reis und ein Gemüse-Allerlei aus Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Radieschen. Und: Pappadam – das indische Fladenbrot – darf nicht fehlen. Es wird mit Raita, einem Dip aus Gurke, Knoblauch und Kreuzkümmel, serviert.

Das Hauptgericht: Hähnchen-Curry Goa mit Gemüse, Reis und Pappadam.
Das Hauptgericht: Hähnchen-Curry Goa mit Gemüse, Reis und Pappadam. © Schaper © Schaper

Was sofort auffällt, ist die die Milde des Gerichts. Die Schärfe, die man bei einem Hähnchencurry erwartet hätte, ist nicht da. Es schmeckt angenehm mild. Trotzdem hat das Essen eine angenehme Schärfe im Nachgang. Das Pappadam zusammen mit dem Dip sorgen für eine Frische als Kontrast – genauso wie das cremige Mango-Lassi, das es dazu gibt.

Samosas und Gulab Jamun überzeugen

Als Nachspeise kommen Gulab Jamun auf den Teller. Die kleinen frittierten Teigbällchen werden aus eingekochter cremiger Milch (alternativ auch Milchpulver) und Zuckersirup gemacht. Sie schmecken süß, aber nicht zu süß. Insgesamt ein gelungener Abschluss.

Gesamtfazit: Ein Drei-Gänge-Menü dessen Preis-Leistungsverhältnis absolut angemessen ist. Die einzelnen Speisen passen gut zueinander, gerade die Samosas und die Gulab Jamun haben überzeugt. Das Hauptgericht war lecker, aber nichts außergewöhnliches. Aber vielleicht auch deswegen, weil man andere Gerüche und Geschmäcker aus der indischen Küche gewohnt ist.

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Alles rund um Essen und Genuss in und um Dortmund

Auf unserer Übersichtsseite „Genussecke“ sammeln wir Alles zu kulinarischen Geheimtipps und neuen Restaurants in Dortmund und Umgebung. Hier gibt es alle Artikel.

Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad
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