Verfassungsgericht kippt Sterbehilfe-Verbot – Kläger aus Dortmund (73) weint vor Glück

Organisierte Sterbehilfe

Diesen Tag hat Helmut Feldmann lange herbeigesehnt. Denn der 73-jährige Dortmunder möchte nicht qualvoll ersticken, sondern selbstbestimmt sterben. Das Bundesverfassungsgericht gibt ihm Recht.

Dortmund

26.02.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Helmut Feldmann verfolgte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zuhause im Wohnzimmer. Und strahlte nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes.

Helmut Feldmann verfolgte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zuhause im Wohnzimmer. Und strahlte nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes. © Gaby Kolle

Das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe ist verfassungswidrig. Das hat das Bundesverfassungsgesetz am Mittwoch (26.2.) entschieden. Geklagt hatte unter anderem der Dortmunder Helmut Feldmann. (73)

Bei der Urteilsverkündung hat Helmut Feldmann vor Erleichterung geweint: „ Ich bin emotional sehr aufgewühlt. Das gibt mir die Sicherheit, die ich brauche, das Leben, das ich noch habe, so zu gestalten, wie ich möchte. Ich möchte noch ein paar Jahre leben, und ich möchte, dass meine Tochter bei mir ist, wenn ich mir das Leben nehme.“

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Mit drei anderen Schwerstkranken und Unterstützung des Vereins Sterbehilfe Deutschland hatte er Verfassungsklage in Karlsruhe eingereicht – einen Tag, nachdem das neue Sterbehilfe-Gesetz Ende 2015 in Kraft getreten war. Zwei der vier Kranken sind inzwischen tot, der dritte ringt mit einem bösartigen Tumor.

Der Verein Sterbehilfe unterstützt Menschen wie Feldmann, indem sie eine Injektion stellen, für den Tag, an dem er sterben will. Denn der Dortmunder will nicht ersticken, wie seine Schwester. Mit der Injektion kann Feldmann selbstbestimmt aus dem Leben gehen, langsam einschlafen. Doch seit 2015 war die organisierte Sterbehilfe verboten.

Doch am Aschermittwoch kippte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das Gesetz von 2015. Ein Tag, den Helmut Feldmann lange herbeigesehnt hat.

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