Steuern und illegale Zockerbuden machen kleinen Betreibern zu schaffen

Spielhallen

Rund 160 Spielhallen-Standorte gibt es in Dortmund. Sechs Millionen Euro an Vergnügungssteuern will die Stadt jährlich aus dieser Quelle schöpfen, muss sich aber seit vielen Jahren mit deutlich weniger zufrieden geben.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 08.03.2011, 07:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spielhalle in Dortmund.

Spielhalle in Dortmund.

Das Argument der Stadt, mit der hohen Besteuerung des Einwurfs von 5,5 Prozent wolle man den Zuwachs von Spielhallen eindämmen, lässt Hermann S. nicht gelten. Er verweist auf die knapp 100 neuen Spielgeräte östlich und 72 westlich der Bornstraße sowie 48 weitere an der Brackeler Straße neben der Metro. Alle drei neuen Spiel-Standorte werden von den zwei großen Geräte-Herstellern Gauselmann und Löwe betrieben. Die übrigen Spielhallen-Betreiber können ihre Spielgeräte nicht mehr – wie früher – vom Hersteller kaufen. Heute müssen sie bei den beiden großen Monopolisten einen Abschlag von rund 5000 Euro zahlen, plus 200 Euro für die Miete der Software bei einer Ausschüttungsquote von 80 bis 90 Prozent.

Da blieben viele Kleine auf der Strecke, sagt der Insider, oder verhielten sich illegal. Sie verstießen gegen die Sperrzeiten und hätten auch zwischen 1 und 6 Uhr geöffnet, manipulierten Spielgeräte, stellten mehr auf als erlaubt oder solche, die gar nicht zugelassen sind.

Ganz zu schweigen von den Teestuben und Wettannahmestellen, die im Verdacht stehen, Geldautomaten ohne Konzession zu betreiben. Ob an der Evinger Straße, der Schützenstraße oder in Wambel, überall gebe es illegale Zockerbuden, weiß Hermann S. Die Scheiben sind von innen dunkel abgeklebt, damit man das Licht drinnen nicht sieht. Nicht jeder wird eingelassen. Hermann S.: „Die haben nicht einfach die Tür offen.“ „Die Schattenwirtschaft“, sagt der Kenner, „macht den Ehrlichen zu schaffen“.

Lesen Sie jetzt