Im Kaiserstraßenviertel wird ein ganz normaler Gehweg zur Stolperfalle

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Im Kaiserstraßenviertel ärgern sich Anwohner über wackelnde, kaputte oder entfernte Gehwegplatten. Vor allem ältere Leute haben auf den Wegen Probleme. Das sagt die Stadt zu der Situation.

von Alexandra Wachelau

Kaiserstraßenviertel

, 15.03.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bewohner der Kronprinzenstraße im Kaiserstraßenviertel kennen den Baulärm inzwischen. Die Straße ist seit dem 15. Januar von der DEW21 teilweise gesperrt worden – hier wird eine Fernwärmeleitung verlegt.

Doch was manche Anwohner noch mehr nervt als die Baustellen sind die Gehwege daneben. Die sind übersät mit Stolperfallen.

Verschobene Steine, unsichere Gehwege, Schlaglöcher

Eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, wohnt seit 1984 an der Kronprinzenstraße. Bereits zweimal sei sie schon gestürzt. Bei der Sichtung des Bodens verwundert das nicht: Die Platten stehen hoch, sind mehrfach gebrochen oder gar nicht mehr vorhanden – an diesen Stellen wurden die Löcher mit Asphalt aufgegossen.

Vor allem Senioren haben Probleme mit den lockeren Gehwegplatten.

Vor allem Senioren im Viertel haben Probleme mit den lockeren Gehwegplatten. © Alexandra Wachelau

Ein Unding, wie die Anwohnerin findet: „Es wird einfach nichts gemacht. Ich kenne viele, die hier auch schon gestürzt sind“, sagt sie. Im Januar hat sie die Bürgerversammlung besucht, in der sich die Anwohner über die Baustelle im Viertel informiert haben. Dort wurde nachgehakt – mit einer eindeutigen Antwort: „Die Gehwege sollen, so ist es geplant, nicht erneuert werden“, erinnert sich die Anwohnerin.

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Die Stadt bestätigt das: „Trotz des Alters der Gehwegoberflächen sind diese aktuell verkehrssicher und in einem zeitgemäßen Erhaltungszustand. Größere Erneuerungsarbeiten sind nicht geplant“, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Die Gehwegplatten sind über 50 Jahre alt

Jacqueline Wolf wohnt seit 52 Jahren im Kaiserstraßenviertel. Die Gehwege benennt sie als „absolut mangelhaft“: „Die Platten werden seit Jahren nur geflickt. In den Siebzigern sah hier alles noch top aus, aber jetzt wird nichts mehr gemacht“, sagt die Anwohnerin.

Auch die Bordsteinkanten sind an vielen Stellen defekt.

Auch die Bordsteinkanten sind an vielen Stellen kaputt. © Alexandra Wachelau

Ein weiterer Anwohner, der ebenfalls seit rund einem halben Jahrhundert in der Nähe der Kronprinzenstraße wohnt, bestätigt diesen Eindruck: „Die Platten sind mindestens 50 Jahre alt. Für einen neuen Gehweg fehlt es wohl an Geld“, sagt er.

Jacqueline Wolf sorgt sich um die Senioren im Viertel, denen die kaputten Gehwege Probleme bereiten. „Das Viertel ist ja beliebt, aber es muss mehr dafür gemacht werden“, sagt sie.

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Wird wirklich nichts gemacht?

„Die Gehwege der Kronprinzenstraße und Prinz-Friedrich-Karl-Straße werden regelmäßig durch den zuständigen Verkehrssicherheitskontrolleur begangen“, sagt Sylvia Uehlendahl. Schäden würden sofort weitergegeben werden. „In den letzten drei Jahren sind in beiden Straßen circa 80 Schadstellen gemeldet und durch die Mitarbeiter des Tiefbauamtes behoben worden“, sagt die Tiefbauamtsleiterin.

Die Schäden am Gehweg, die durch den Umbau an der Kronprinzenstraße entstehen, müssen dagegen von der Baufirma beseitigt werden.

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