„Stolpersteine“ an der Harkortstraße erinnern an Emmi und Gustav Eisenstein

Gedenken in Hombruch

In Hombruch wurden zwei Stolpersteine für die Eheleute Eisenstein eingeweiht. Die Nazis hatten sie 1942 deportiert. Zum Gedenken reisten zahlreiche Nachkommen aus Deutschland und Israel an.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 08.07.2019 / Lesedauer: 2 min
„Stolpersteine“ an der Harkortstraße erinnern an Emmi und Gustav Eisenstein

Rund 15 Nachfahren der Eheleute Eisenstein sowie Bürger und Amtsträger aus dem Stadtbezirk wohnten der Einweihung der beiden Gedenksteine bei. Die Enkeltochter Ruth Eisenstein sprach mit eindringlichen Worten zu ihren Großeltern. © Marc D. Wernicke

Am Montag (8. Juli) wurden an der Harkortstraße 73 zwei Gedenksteine für Opfer der NS-Diktatur eingeweiht. Die beiden im Bürgersteig eingelassenen Steine mit Messingtafeln erinnern an Emmi und Gustav Eisenstein, die hier in den 1930er Jahren gewohnt haben. 1942 wurden sie nach Riga im von Deutschland besetzten Lettland verschleppt. Seitdem gelten sie als verschollen und wurden am Ende des Krieges für tot erklärt.

Worte an die Großeltern

Zur Einweihung der Steine waren rund 15 Nachfahren der Eisensteins aus Israel und verschiedenen deutschen Städten angereist. „Wir sind alle heute hier hingekommen, um euch zu sagen – wir haben euch nicht vergessen und auch die Stadt Dortmund hat euch nicht vergessen.“ So sprach die Enkeltochter Ruth Eisenstein zu ihren Großeltern, „Die Stolpersteine werden alle erinnern, die hier vorbeikommen, dass ihr beide hier an diesem Ort einmal gewohnt und gelebt habt.“

„Stolpersteine“ an der Harkortstraße erinnern an Emmi und Gustav Eisenstein

Gustav und Emmi Eisenstein wohnten an der Harkortstraße 73 in Hombruch. 1942 wurden sie von den Nationalsozialisten nach Riga deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurden sie für tot erklärt. © Marc D. Wernicke

Bei den sogenannten „Stolpersteinen“ handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Die Steine, von denen es inzwischen mehr als 70.000 in Deutschland, Österreich und 24 weiteren europäischen Ländern gibt, erinnern an Menschen, die unter dem Regime der Nationalsozialisten verfolgt und in vielen Fällen auch ermordet wurden. Platziert wurden sie an den Orten, wo die genannten Personen zuvor gewohnt oder gearbeitet haben.

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