Ersthelfern fehlten Infos bei Unfall am Heiligen Weg – das soll nun anders werden

mlzUnfallstelle

Bei einem Unfall am Heiligen Weg hat sich die Rettung verzögert – aus einem ganz profanen Grund. Das Tiefbauamt schafft jetzt Abhilfe.

Südost-Stadt

, 13.02.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Linksabbiegen hat ein Autofahrer einen Fußgänger übersehen, der bei Grün den Heiligen Weg überqueren wollte. Schnell leisteten Passanten Hilfe und riefen den Rettungsdienst an. Doch dann hakte es.

Die genaue Standortbeschreibung stellte sich als unerwartet schwierig dar: „Heiliger Weg – Ecke...“ – weiter kamen die Ersthelfer nicht, denn es fehlte ein Straßenschild.

Beschreibung des Unfallorts reicht auch aus

In der Regel reiche ersatzweise auch die Beschreibung der Unfallstelle, erklärt André Lüddecke, Sprecher der Dortmunder Feuerwehr. In diesem Fall wären die Anrufer mit der Angabe „bei Mr. Wash“ sicherlich weitergekommen. Nur in Ausnahmefällen wären die Disponenten, die bei der Feuerwehr die Notrufe annehmen und Rettungsdienst und Feuerwehr alarmieren, nicht ortskundig.

Auch im genannten Fall konnte dem Verletzten dank guter Umschreibung der Unfallumgebung zügig geholfen werden.

Tobias Klein-Endebrock (l.) und Werner Hoefer wünschen sich ein Straßennamensschild an dieser Kreuzung.

Tobias Klein-Endebrock (l.) und Werner Hoefer wünschen sich ein Straßennamensschild an dieser Kreuzung. © Susanne Riese

Schneller und genauer funktioniert allerdings die Angabe der Kreuzung. Deshalb setzen sich Tobias Klein-Endebrock und Joachim Hoefer von der FDP/KE-Fraktion in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost für eine Ausschilderung dieser Stelle ein.

„Ein Straßenschild ist zur Orientierung natürlich immer sinnvoll“, sagt auch André Lüddecke. „Grundsätzlich sind unsere Disponenten so geschult, dass sie die Örtlichkeit erfragen und bei Bedarf auch technisch ermitteln können.“

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Ob ein Straßenname in diesem speziellen Fall viel weitergeholfen hätte, bleibt ohnehin fraglich. Denn dort zweigt der Heilige Weg vom Heiligen Weg ab, wie die Recherche ergab und die Stadt Dortmund auf Anfrage bestätigt: „Die Stichstraße zum Großmarkt hat ebenfalls die Bezeichnung „Heiliger Weg“; die dortigen Anschriften sind allesamt unter „Heiliger Weg 60 g“ adressiert“, schreibt Sprecher Christian Schön.

Auf der Mittelinsel steht ein privates Hinweisschild zum Großmarkt

Er weist auch auf ein – nicht amtliches – Hinweisschild auf der Mittelinsel hin. „Großmarktschänke“ steht auf dem pfeilförmigen Hinweis und darunter ein Schild mit „Heiliger Weg 68 g“. Daraus lässt sich nicht unbedingt entnehmen, dass die gesamte Straße diesen Namen trägt.

Demnächst wird hier aber Klarheit herrschen, denn die Stadt hat die Aufstellung eines amtlichen Straßennamensschildes nebst Angabe zur Hausnummer in Auftrag gegeben, teilt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl mit.

Ein Namensschild fehlt an dieser Straße.

Ein Namensschild fehlt an dieser Straße. © Susanne Riese

Die Stichstraße ist lediglich auf einer Länge von circa 50 Metern im städtischen Eigentum und geht dann in ihrem weiteren Verlauf in Privateigentum der Großmarkt Dortmund eG über. Ob die etwas ungewöhnliche Adresse aus alten Zeiten stammt, als der entstehende Handelsplatz noch klein und unbedeutend war, konnte auf Anfrage auch beim Großmarkt bislang niemand sagen.

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