Verbindungsstraße: Bauarbeiten beginnen erst nach 31 Tagen Sperrung

mlzKanalbau an der Stadtgrenze

Seit dem 4. Mai ist die Nierhausstraße zwischen Deininghausen und Oestrich wegen Bauarbeiten gesperrt. Erst 31 Tage später sind die ersten Bagger angerollt. Das wirft Fragen auf.

Oestrich, Deininghausen

, 04.06.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie ist eine beliebte Verbindungsstraße zwischen Dortmund-Oestrich und den Castrop-Rauxeler Stadtteilen Deininghausen und Dingen: Seit genau einem Monat ist die Nierhaus-/Oststraße zwischen Deininghauser Weg und der Bahnbrücke an der Kreuzung Auf dem Brauck gesperrt. Der Grund sind Bauarbeiten. Passiert ist bis Mittwoch (3.6.) auf und an der Straße jedoch nicht viel.

Autofahrer von beiden Seiten der Stadtgrenze wunderten sich darüber ebenso wie Fußgänger und Radfahrer. Und selbst Mengeder Politiker waren erstaunt: Im Regelfall werden sie über derartige Vollsperrungen informiert – nicht zuletzt auch deshalb, weil Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge betroffen sind. Die hatten bislang freie Durchfahrt.

Vollsperrung für etwa zwei Wochen

Die Politiker wurden erst direkt nach den Pfingstfeiertagen informiert. In der Mitteilung, die dieser Redaktion vorliegt, heißt es, dass am Donnerstag (4. Juni) die Bauarbeiten beginnen. Für eine Dauer von etwa zwei Wochen komme es zu einer Vollsperrung. In diesem Zeitraum lässt die Stadtentwässerung Dortmund ein Kanalschachtbauwerk und eine Kanalquerung in die Nierhausstraße einbauen.

Der Heimanngraben liegt zwischen dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Knepper und dem Hochwasser-Rückhaltebecken Ickern/Mengede, wo er in die Emscher mündet.

Der Heimanngraben liegt zwischen dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Knepper und dem Hochwasser-Rückhaltebecken Ickern/Mengede, wo er in die Emscher mündet. © Uwe von Schirp

Bei den weiteren Kanalbauarbeiten sei eine „Längsbefahrbarkeit durch die Baustelle“ wieder gegeben. Insgesamt soll der 350 Meter lange Kanalbau bis zum 30. September dauern. 150 Meter liegen unter der Nierhausstraße.

Die Stadt Dortmund stellt mit dem Kanal einen Anschluss an den neuen Abwasserkanal des Heimanngrabens her. Letzteren hat die Emschergenossenschaft bereits im Zuge des Emscher-Umbaus fertiggestellt.

Stadt benötigte die Zeit für Vorarbeiten

Für den einmonatigen Vorlauf hat die Stadt Dortmund eine einfache Begründung: „Die Verkehrsregelungen und -beeinträchtigungen mussten bereits vor den eigentlichen Kanalbauarbeiten erfolgen, um Vorarbeiten, wie u. a. Gehölzschnitte, Suchschlitze für Versorgungsleitungen und eine Grundwasserabsenkung vorzunehmen“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön auf eine Anfrage dieser Redaktion.

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Ausdrücklich weißt die Stadt darauf hin, „dass für die Anlieger eine Zufahrt aufrecht erhalten wird; sie konnten demnach immer ihre Grundstücke bzw. Gewerbeflächen anfahren. Dies wird auch dauerhaft für die Dauer der Maßnahme gewährleistet.“

Eine einspurige Verkehrsführung, geregelt etwa durch eine Ampel, schließt die Stadt indes aus: „Nur durch die vorliegende Sperrung können die Bauarbeiten und der Maschinenverkehr reibungslos unter Aufrechterhaltung von Zufahrtswegen für Anlieger und Rettungswegen erfolgen. Hierfür wird die Straße benötigt.“

Für Radfahrer gilt noch die gleiche Umleitung wie für Autos

Das zu erwartende Verkehrsaufkommen lasse ferner nicht genügend Abstand zwischen Radfahrern, Fußgängern und motorisiertem Verkehr zu. Bei Tempo 50 auf der Nierhausstraße gebe es zudem mit Ausnahme eines kurzen Stücks an der Bahnbrücke keinen Radweg oder Schutzstreifen. Deswegen werde die Straße für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt.

Auf Oestricher Seite ist die Nierhausstraße von der Bahnbrücke an für den Verkehr gesperrt.

Auf Oestricher Seite ist die Nierhausstraße von der Bahnbrücke an für den Verkehr gesperrt. © Nils Heimann

Die Sperrung betrifft auch ein Stück der Mengeder Stadtbezirks-Radroute. Sie verbindet hier unter anderem Emscher-Weg und Hochwasser-Rückhaltebecken mit den Schlössern Bodelschwingh und Westhusen. Damit ist die beschilderte Route auch für regionale Radwanderer interessant. Eine eigene Umleitung für Fahrradfahrer gibt es nicht.

„Die eingerichtete Umleitung (über Strünkede- und Recklinghauser Straße sowie Deininghauser Weg, Anm. d. Red.) gilt für alle Verkehrsteilnehmer“, schreibt Christian Schön. Auf Rückfrage erklärt er jedoch, dass in der Verwaltung an einer modifizierten Lösung für Radfahrer gearbeitet werde. Sollte die gefunden werden, möchte die Stadt das zeitnah mitteilen.

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