Streit um Corona-Tests: Kassenärzte-Vereinigung rudert etwas zurück

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Gleich mehrfach gab es in der vergangenen Woche Ärger zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) und den Städten in Westfalen. Zumindest in einem Punkt hat die KVWL nun zurückgerudert.

Dortmund

, 24.05.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch Anfang der vergangenen Woche hatte die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe den Kommunen mitgeteilt, dass Corana-Tests, die die kommunalen Gesundheitsämter veranlassen, nicht mehr als Kassenleistung abgerechnet werden können.

Denn man gehe davon aus, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ab sofort alle notwendigen Untersuchungen auf COVID-19 im erforderlichen Umfang leisten könnten. Untersuchungen, die durch das Gesundheitsamt veranlasst werden, müssten künftig aus Steuermitteln bezahlt werden.

Großer Ärger in den Städten

Der Ärger in den Städten war groß, auch in Dortmund. Mit der Entscheidung falle die Kassenärztliche Vereinigung der erfolgreichen Arbeit der Gesundheitsämter vor Ort in den Rücken, hieß es. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Birgit Zoerner als Leiterin des städtischen Krisenstabs forderten die Rücknahme der Entscheidung. Und sie waren damit nicht allein.

Der Protest hat jetzt zumindest teilweise Erfolg: Tests, die Gesundheitsämter an Patienten mit Symptomen vornehmen, sollen nun doch weiter abgerechnet werden können, erklärte am Freitag (22.5.) eine Sprecherin der KVWL auf Nachfrage.

Streit um asymptomatische Tests

Eine wichtige Einschränkung gibt es aber weiterhin: Nicht bezahlt werden Tests an Menschen ohne erkennbare Symptome, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten. Die KVWL sieht hier weiterhin keine Basis für eine Abrechnung als Kassenleistung, auch wenn der Bundestag am 15. Mai auch die Übernahme von sogenannten asymptomischen Tests beschlossen hatte. Noch fehle dazu aber die Rechtsverordnung, heißt es seitens der KVWL.

Teststelle am Klinikum Nord bleibt vorerst

Ein weiterer Streitpunkt ist die Schließung vieler zentraler Teststellen, die die KVWL bislang in vielen Städten betrieben hat. Auch hier folgt sie der Philosophie, die Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion in die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu verlagern. In vielen Städten rund um Dortmund gibt es nun keine zentrale Teststelle mehr - was ebenfalls zu Protesten geführt hat.

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In Dortmund selbst wurde das zwischenzeitlich eingerichtete Testzentrum im Signal-Iduna-Park auch mit Hinweis auf die stark gesunkenen Infektionszahlen am vergangenen Mittwoch (20.5.) geschlossen.

Das ebenfalls von der KVWL betriebene Testzentrum am Klinikum Nord soll aber vorerst bestehen bleiben. Darauf habe man sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung verständigt, berichtete der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes Dr. Frank Renken. Er sieht eine Verlagerung aller Corona-Tests auf die Arztpraxen sehr kritisch.

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