Am Montag (14.12.) war viel los beim Dortmunder Ikea. Schon am vergangenen Samstag hatten Kunden um Parkplätze und Bäume gestritten. © Stephan Schuetze
Lockdown in Dortmund

Streit um Parkplätze und Bäume bei Ikea: Großer Andrang vor dem Lockdown

Rund um die Dortmunder Ikea-Filiale war die Lockdown-Stimmung bereits am Montag (14.12.) zu spüren. Nicht nur vor dem Eingang entstanden Schlangen. Ein Verkäufer berichtet von kuriosen Szenen.

„Ich brauche noch eine Küche und habe sie schnell geholt, bevor ab Mittwoch alles schließt“, sagte ein Mann auf dem Parkplatz der Dortmunder Ikea-Filiale am Montagnachmittag (14.12.). Er spricht die Grundstimmung vieler Ikea-Kunden an: Schnell einkaufen, solange es noch möglich ist. Dementsprechend groß war der Andrang vor dem Eingang.

Vor dem Eingang der Dortmunder Filiale geben Absperrständer den Weg für Kunden vor, die in den Laden wollen. Sie schlängeln sich großzügig an der Seite des Geschäfts vorbei. Doch das reichte am Montagnachmittag nicht. Der Andrang war so groß, dass die Schlange an Kunden noch bis über den Parkplatz reichte.

Direkt gegenüber vom Eingang verkauft eine Schaustellerin ihre gebrannten Mandeln und Früchte mit Schokoladenglasur. Sie berichtete unserem Reporter, am Montagmorgen sei es ähnlich voll gewesen wie am Nachmittag.

Kundenandrang schon am Samstag

Im Geschäft dann ein ähnliches Bild. In den großen Markthallen des Möbelhauses war genügend Platz. In engeren Teilen des Ladens wie der Möbelausstellung und an Info-Punkten sammelten sich aber viele Kunden. Eine Mitarbeiterin sagte, schon in der vergangenen Woche sei viel los gewesen, vor allem am Samstag (12.12.). Sie schätzt, viele Kunden hätten schon vor der offiziellen Verkündung mit dem Lockdown gerechnet.

Diejenigen, die vom Lockdown erst nach der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin am Sonntag (13.12.) mitbekommen haben, langten am Montag noch einmal ordentlich zu. Häufig waren die Einkaufswagen mit Farbe, Tapeten und Gardinen gefüllt. Aber auch ganze Möbelstücke kauften die Dortmunder noch auf den letzten Drücker.

Ein Weihnachtsbaum-Verkäufer, der mit seinem Stand neben dem Ladeneingang steht, war beruhigt, dass er seine Weihnachtsbäume trotz der Schließung weiter verkaufen darf. „Für mich ist heute eigentlich nicht mehr los als sonst. Es kommen auch viele Kunden, die danach nicht in den Ikea gehen.“

Ikea hofft auf viele Online-Bestellungen

Trotzdem hat er gemerkt, dass viele Kunden wegen des bevorstehenden Lockdowns angespannt sind. „Samstag war eine Katastrophe. Teilweise haben sich die Kunden um Bäume gestritten“, sagt er auf Nachfrage unseres Reporters. Auch um Parkplätze sei gerungen worden. Das habe er bis zum Nachmittag am Montag zumindest nicht mehr gesehen.

Ikea hofft darauf, dass ihr „Click & Collect“-Service weiter erlaubt ist. So könnten Kunden „ihre online bestellte und bezahlte Ware im Einrichtungshaus innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters abholen“, sagt eine Pressesprecherin auf Anfrage. Bereits im ersten Lockdown – auch dort waren Möbelhäuser von der Schließung betroffen – habe das Unternehmen erhöhte Online-Umsätze festgestellt.

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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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