Strenesse ist pleite – Das passiert mit der Dortmunder Filiale

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Der Modeanbieter Strenesse steckt in der Insolvenz - zum zweiten Mal binnen weniger Jahre. So geht es mit der Dortmunder Filiale und den Mitarbeitern weiter.

Dortmund

, 08.10.2019, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein „Flaggschiff“ sollte der Designerladen werden, den der Modeanbieter Strenesse im Hansa Carré an der Betenstraße eröffnete: 400 Quadratmeter Verkaufsfläche, verteilt über zwei Ebenen. Das war 2002 und ist längst Geschichte. Strenesse ist pleite - und das trifft auch Dortmund.

Strenesse beendet sein Engagement hier vor Ort und wird seinen Laden bereits Ende November schließen. Zum Hintergrund: Das mittelständisch geprägte Unternehmen steckt in der Insolvenz und ist derzeit im Begriff, sich unter den Augen eines Sachwalters in Eigenregie zu sanieren. Es ist nach 2014 bereits das zweite Insolvenzverfahren.

Das jetzige geht an der Dortmunder Filiale nicht spurlos vorbei. „Die Schließung ist keine bewusste Entscheidung gegen den Standort“, betont der eingesetzte Sanierungsexperte Dr. Hubert Ampferl. Es sei nicht so, dass Dortmund für Anbieter hochwertiger Mode kein gutes Pflaster sei. Es handele sich vielmehr um eine „strategische Entscheidung“.

Zu groß, zu teuer

Im Klartext: Die Verkaufsfläche ist zu groß; das treibt die Kosten. Strenesse will fünf von bundesweit acht Geschäften dieser Art schließen. Die Dortmunder Filiale hat insgesamt sechs Mitarbeiter, darunter zwei Vollzeitkräfte. Sie alle werden sich nach neuen Arbeitsplätzen umsehen müssen.

Ob es bereits einen Nachfolger für das Ladenlokal gibt, ist offen: Die Eigentümer des Hansa Carrées waren bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (8.10., 16 Uhr) nicht erreichbar. Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland, geht allerdings „von keinem langen Leerstand“ aus.

Zwei hochwertige Geschäfte weniger

Es sei zwar bedauerlich, dass sich mit Deters und Strenesse zwei hochwertige Geschäfte aus der City verabschieden. Er sei aber überzeugt, dass es in Dortmund im Grundsatz sehr wohl Nachfrage für etwas teurere Mode gebe. „Optimal wäre ein Standort mit viel Laufkundschaft und mehreren Anbietern gleichzeitig.“

Deters seinerseits ist (noch) bekannt als gute Adresse für hochwertige Damen- und Herrenmode. Außerdem bietet das Haus am Eck zum Platz von Hiroshima auch Accessoires für Haus und Heim. Damit ist jetzt Schluss, verkündeten unlängst die Chefs: Trotz derzeit steigender Umsätze haben sich die beiden Geschäftsführer Lothar und Nicholas Deters entschieden, das Geschäft zu schließen.

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