Stück für Stück besser werden: Darum ist dieser Dortmunder Stadtteil so lebenswert

mlzBevölkerungsentwicklung

Während andere Teile Dortmunds mit Abwanderung zu kämpfen haben, geht es in einem westlichen Stadtteil bergauf. SPD-Bezirksvertreter Joachim Wybierek erklärt, woran das liegen könnte.

Jungferntal-Rahm

, 16.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadtbezirk Huckarde wächst, was die Einwohnerzahlen angeht - und das insbesondere Dank eines Stadtteils, der einem vielleicht nicht so unbedingt als erstes in den Sinn kommt. Wir haben die Zahlen zur aktuellen Bevölkerungsentwicklung mal für diesen Stadtteil genau in den Blick genommen.

Das Jungferntal hat seit 2015 insgesamt 267 neue Einwohner hinzugewonnen. Mehr als in anderen Dortmunder Stadtteilen. Im benachbarten Rahm gibt es lediglich ein Einwohner-Plus von 45, in Huckarde selbst sind es ebenfalls nur 48 neue Einwohner.

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Aber woran liegt es, dass das Jungferntal so eine hohe Zuwanderungsrate hat? Huckardes SPD-Bezirksvertreter Joachim Wybierek macht verschiedene Faktoren dafür verantwortlich. Denn: „Eine ganz eindeutige Antwort ist an dieser Stelle, glaube ich, schwierig.“

Die Feng-Shui-Siedlung hat Zuzüge gebracht

Einer der Gründe für die hohe Anzahl an Zuzügen sei die Feng-Shui-Siedlung am Rand des Rahmer Waldes. „Dank dieser Siedlung sind einige ins Jungferntal gezogen“, erklärt Joachim Wybierek. „Und wir gehen davon aus, dass noch mehr hinzukommen.“ Schließlich sei noch nicht die gesamte Fläche der Siedlung bebaut.

Aber auch im Altbestand sieht der SPD-Politiker Potenzial. „Viele Mehrfamilienhäuser werden energetisch saniert“, sagt er. „Nach einer Sanierung und Modernisierung sind sie auf dem Wohnungsmarkt attraktiver.“

Ein Generationenwechsel findet statt

Zudem finde derzeit ein Generationenwechsel statt. Ältere Menschen, die nach dem Tod des Partners alleine oder nach dem Auszug der Kinder nur noch zu zweit in größeren Wohnungen oder Häusern gelebt haben, ziehen teils in Seniorenheime oder versterben. „Es ziehen dann oft Familien nach, die natürlich auf einen Schlag zwei bis drei Personen mehr mitbringen“, sagt Wybierek.

Aber nicht nur die Immobilien seien es, die immer mehr Menschen ins Jungferntal ziehen. „Es wird hier auch einfach viel für den Stadtteil getan“, sagt der Bezirksvertreter, der selbst im Jungferntal lebt. „Stück für Stück wird es hier immer besser.“

Neue Angebote bereichern den Stadtteil

Eine Nachbarschaftskampagne von Ehrenamtlichen habe dazu beigetragen, dass Probleme im Stadtteil angegangen werden. Die Anwohner wurden befragt und dementsprechende Projekte angestoßen. Die Libellenwiese sei ein Beispiel dafür. Mit neuen Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen, und dem Bücherschrank sei sie aufgewertet und zu einem „Ort der Begegnung“ geworden, so Wybierek.

Auch die neuen Bänke im ans Jungferntal angrenzenden Rahmer Wald seien ein Zugewinn. Zudem werde das umgebaute Forsthaus, das künftig einen Imkerverein, die Kreisjägerschaft und Angebote für außerschulisches Lernen in der Natur beherbergen soll, bald wieder eröffnet - vermutlich im September.

Die Gehwege werden saniert, der Bahnhof nicht

Die Gehwegsanierung gehe voran und beseitige so die Stolperfallen im Stadtteil. Kein schönes Bild gebe hingegen der Rahmer Bahnhof ab. Rahm wird häufig als Jungferntal-Rahm mit dem Stadtteil zusammengefasst. „Der Vorplatz des Bahnhofs ist eine Kraterlandschaft“, sagt Joachim Wybierek. „Aber wir versuchen als Stadt Dortmund nun, das Grundstück aufzukaufen und selbst zu sanieren.“

Und ein weiteres Problem im Jungferntal soll ebenfalls angegangen werden: die Nahversorgung. „In den alten Netto soll definitiv ein neuer Markt einziehen“, sagt Joachim Wybierek. Welcher Markt und wann, sei noch unklar. Aber es sei eines der nächsten Ziele, die es innerhalb der Bezirksvertretung anzugehen gelte.

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Das ehrenamtliche Engagement ist groß

Um den Stadtteil als solchen macht sich der Bezirksvertreter abseits der Politik keine Sorgen. „Es gibt hier so viel ehrenamtliches Engagement, das ist wirklich etwas Besonderes“, sagt er. „Und die Ehrenamtlichen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, den Stadtteil umzugestalten.“ Zum Positiven, selbstverständlich.

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