Ende Mai war ein Lautsprecher-Wagen der Feuerwehr in Nette unterwegs, um auf eine Corona-Impfaktion aufmerksam zu machen - so wie später mehrfach in der Nordstadt. © von Schirp
Nach Blindgänger-Fund

Stundenlange Evakuierung – aber keine Lautsprecher-Durchsagen

Stunden dauerte die Evakuierung nach einem Bombenfund. 3000 Anwohner mussten erreicht werden, teils unter schwierigen Bedingungen. Im Gegensatz zu Impf-Aktionen fehlten mehrsprachige Durchsagen.

Es war eine kurze Nacht für viele Anwohner im Borsigplatz-Viertel. 3000 Menschen mussten am Montagabend (2.8.) für mehrere Stunden ihre Wohnungen verlassen, weil auf dem Gelände der Westfalenhütte nahe der Dürener Straße ein Bombenblindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gefunden worden war.

Erst gegen 2 Uhr in der Nacht konnten die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren, nachdem die Bombe unschädlich gemacht worden war. Die Entschärfung selbst dauerte zwar weniger als 50 Minuten. Zuvor hatte sich aber die Evakuierung der Wohnhäuser in einem Umkreis von 250 Metern um die Fundstelle, die um 20.30 Uhr begann, über fast viereinhalb Stunden hingezogen.

Trotz der Hilfe von Dolmetschern sei es nicht einfach die 3000 Anwohner zu erreichen, hieß es. Es gebe etliche Wohnungen ohne Strom – und daher auch ohne Klingeln.

Auch wenn die Kontrollen in jedem Haus unumgänglich sind: Die Frage stellt sich,

warum man die Anwohner nicht rechtzeitig auch mit flächendeckenden Lautsprecher-Durchsagen über die bevorstehende Evakuierung informiert hat.

Eine Antwort auf unsere entsprechende Frage gab es bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (3.8., 17.30 Uhr) von der Stadtverwaltung nicht.

Auf eine frühere Anfrage nach einer ebenfalls langwierigen Evakuierungsaktion hatte die Stadt-Pressestelle mitgeteilt, dass das für die Evakuierung zuständige Ordnungsamt keine Lautsprecherwagen zur Verfügung habe.

Feuerwehr-Durchsagen bei Impfaktionen

Nachvollziehbar wäre eine solche Erklärung mit Blick auf den Einsatz am Montagabend nicht: Denn in den vergangenen Monaten hat die Stadt mehrfach Lautsprecher-Durchsagen genutzt, um auf Corona-Impfaktionen aufmerksam zu machen. Ende Mai fuhr in Nette und Westerfilde einen ganzen Tag lang ein Fahrzeug der Feuerwehr durch die Straßen, um Anwohner auf die Impfaktion in einer Schule im Stadtteil aufmerksam zu machen.

Durchsagen der Feuerwehr nutzte die Stadt auch bei den verschiedenen Impfaktionen in der Nordstadt in den vergangenen Wochen. Dabei gab es sogar Durchsagen in verschiedenen Sprachen.

Im Einsatz war die Dortmunder Feuerwehr auch am Montagabend bei der Evakuierungsaktion im Borsigplatz-Quartier. Nach Angaben der Stadt waren das Ordnungsamt mit 53, die Feuerwehr mit 39, die Polizei mit 120, die Johanniter mit 15 und das Tiefbauamt mit 16 Personen vor Ort.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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