Die Polizei leistete mit einer Hundertschaft Unterstützung bei der Evakuierung in der Dortmunder Nordstadt. © Peter Wulle
Weltkriegsbombe

Stundenlanges Warten: Entschärfung in Dortmund gelingt erst tief in der Nacht

3000 Menschen in der Nordstadt mussten am Montagabend ihre Wohnungen verlassen - wegen einer Weltkriegsbombe. Doch obwohl solche Funde in Dortmund schon fast Routine sind, zog sich das Ganze hin.

Es war eine kurzfristige Nachricht mit großer Auswirkung. Vor allem für die rund 3000 Menschen aus der Dortmunder Nordstadt, die rund um den Fundort des Bomben-Blindgängers an der Dürener Straße wohnen.

Am Montag (2.8.) hatte die Stadt Dortmund gegen 17.30 Uhr darüber informiert, dass am späten Nachmittag eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entdeckt wurde. Der Fundort war eine Baustelle am äußersten südwestlichen Zipfel der Westfalenhütte.

Man wisse darum, dass so eine Evakuierung gerade zu einer solchen Uhrzeit alles andere als angenehm sei – „vor allem für Familien.“ Da der Fund so kurzfristig gewesen ist, sei das jedoch leider nicht anders möglich.

Das sagte Stadtsprecher Maximilian Löchter im Gespräch mit der Redaktion als die Evakuierung schon eine halbe Stunde lief – gegen 21 Uhr. Doch die Uhrzeit sollte nach hinten raus noch wesentlich unangenehmer werden.

Auf dieser Baustelle an der Dürener Straße ist der Bomben-Blindgänger am späten Montagnachmittag entdeckt worden.
Auf dieser Baustelle an der Dürener Straße ist der Bomben-Blindgänger am späten Montagnachmittag entdeckt worden. © Peter Wulle © Peter Wulle

Etliche Wohnungen ohne Strom – und somit auch ohne Klingeln

Denn mal eben so spontan 3000 Anwohner zu evakuieren, stellte sich als eine gewisse Herausforderung dar. Löchter lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Bürgern. „Da klappt sehr gut“, sagte er auch zwei Stunden später noch.

Dennoch waren es insgesamt sehr viele Menschen. Und teilweise schien es auch nicht ganz einfach zu sein, sie zu erreichen.

Vor Ort war gegen 21.30 Uhr zu vernehmen, dass die Evakuierung in manchen Bereichen sehr mühsam sei. In einigen Fällen konnten auch der türkische und bulgarische Sprachmittler, also Dolmetscher, die eigens für die Stadt unterwegs waren, nicht helfen. Der Grund: Es gebe etliche Wohnungen ohne Strom und daher auch ohne Klingeln, wie zu erfahren war.

Auch Bus und Bahn stundenlang gestört

Neben den 3000 Anwohner waren im übrigen auch der Straßenverkehr sowie Bus und Bahn ab 20.30 Uhr betroffen. Die an das Gebiet angrenzenden Straßen wurden gesperrt.

Zu Einschränkungen im ÖPNV kam es auf der Stadtbahn-Linie U44 und bei den Buslinien 416, 455 und 456. Außerdem lagen auch ein Stück Zuggleise in dem Gebiet. Deshalb musste nach Auskunft der Deutschen Bahn am Abend die Strecke in Richtung Münster ab 23 Uhr gesperrt werden.

Auch der ÖPNV - in diesem Fall die Stadtbahnlinie U44 - war von den Absperrungen betroffen.
Auch der ÖPNV – in diesem Fall die Stadtbahnlinie U44 – war von den Absperrungen betroffen. © Peter Wulle © Peter Wulle

Insgesamt hatten sich am Abend 312 Personen in der Evakuierungsstelle im Fritz-Henßler-Berufskolleg eingefunden. Ein von der DSW21 bereit gestellter Evakuierungsbus verkehrte ab 20.30 Uhr eigens von der Stahlwerkstraße Ecke Dürener Straße zu dem Berufskolleg.

Entschärfung gelingt tief in der Nacht

Um 0.53 Uhr dann die gute Nachricht: „Die Entschärfung startet jetzt“, teilte die Stadt Dortmund über ihren Twitter-Account mit. Die Evakuierung alleine dauerte somit insgesamt rund viereinhalb Stunden.

Und dann hieß es nochmal Warten – doch diesmal nicht so lange. Bereits im Vorfeld sagt Stadtsprecher Löchter, dass man pro Blindgänger in der Regel rund 45 Minuten rechne. mal etwas mehr, mal etwas weniger.

Das kam auch in diesem Fall hin. Um 1.42 Uhr die erlösende Nachricht: Die Bombe ist erfolgreich entschärft. Alle Sperrungen konnten aufgehoben werden.

Ihre Autoren
Redakteur
Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
Zur Autorenseite
Wilco Ruhland
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
Zur Autorenseite
Peter Wulle

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.