Aldi, Rewe, Edeka, Lidl: Wer in Dortmund verkauft Tönnies-Fleisch?

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Nach dem Massen-Corona-Ausbruch bei Tönnies fragen sich viele Dortmunder beim Einkauf im Supermarkt: Stammt das Fleisch hier vielleicht von der betroffenen Schlachtfirma? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 03.07.2020, 04:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 1500 Mitarbeiter sind in Deutschlands größter Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück an Covid-19 erkrankt. Der größte lokale Corona-Ausbruch der vergangenen Monate hat dem Kreis Gütersloh einen erneuten Lockdown beschert - und Lebensmittelgeschäften im ganzen Land die bange Kunden-Frage: „Kommt Ihr Fleisch von Tönnies?“

Während Dortmunds kleine Metzgereien auf die Frage unisono mit „Nein“ antworten, ist die Lage in den Supermärkten und Discountern etwas schwieriger zu beantworten. Wir haben die vier größten Handels-Ketten gefragt.

Aldi:

Deutschlands größter Discounter bezieht seine Fleischwaren „von verschiedenen deutschen Lieferanten, darunter auch Tönnies“, schreibt Aldi auf Anfrage unserer Redaktion. Aktuell bekomme man aber keine Waren mehr aus dem Standort Rheda-Wiedenbrück - was wenig verwunderlich ist, da die Fleischfabrik vor seit vor zwei Wochen von den Behörden geschlossen wurde.

Die Kunden können jedoch im Laden selbst nachverfolgen, woher die einzelnen Fleischprodukte kämen, schreibt Aldi weiter. Auf der Rückseite der Waren gebe es einen QR-Code, den man mit dem Smartphone einscannen könne und so zu Herkunftsinformationen führe.

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Generell erwarte Aldi von seinen Lieferanten, „dass sie in vollständiger Übereinstimmung mit allen geltenden nationalen Gesetzen, Regelungen und Bestimmungen“ arbeiten und internationale Arbeitsschutzstandards erfüllen. Das überprüfe man auch mit Stichproben, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Lidl:

Der Aldi-Konkurrent gibt sich etwas wortkarger. Lidl beziehe sein Frischfleisch „seit letzter Woche Montag temporär ausschließlich über andere Fleischlieferanten in seinem Lieferantennetzwerk“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage.

Heißt im Umkehrschluss: Vor der Schließung der Fabrik gehörte Tönnies zu den Lieferanten der Lidl-Märkte. Außerdem ist man bei Lidl anscheinend offen für eine Wiederaufnahme der Lieferungen in der Zukunft: „Mit Tönnies befinden wir uns dennoch weiter in Gesprächen.“

Rewe:

Rund 400 Supermärkte in ganz NRW laufen unter dem Dach von „Rewe Dortmund“ - ob auch Tönnies-Fleisch in deren Sortiment ist, will der Dortmunder Handelskonzern nicht sagen.

Man beziehe das Fleisch für das unternehmenseigene Fleischwerk „vorwiegend aus Deutschland“, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion. Dabei arbeite man nur mit Partnern zusammen, „die anerkannte und überprüfbare Qualitätsmanagement-Systeme bzw. -Standards“ erfüllen.

Darüber hinaus möchte man sich bei Rewe nicht „zu Fragen nach Schlachthöfen und Zerlegebetrieben“ äußern: „Entsprechende Aussagen wären lediglich Momentaufnahmen, die keine dauerhafte Gültigkeit haben müssen.“

Bei den Rewe-Eigenmarken könne man „aus kartellrechtlichen Gründen“ keine konkreten Unternehmen benennen, von denen man die Rohware beziehe.

Edeka:

Anders sieht das beim Konkurrenten Edeka aus. Man beziehe Fleisch und Wurst für die Frischetheke ihrer Märkte „zum größten Teil vom eigenen Tochterunternehmen Rasting“, schreibt die Dachgesellschaft Edeka Rhein-Ruhr auf Anfrage. Zur Herkunft des dort verarbeiteten Fleisches heißt es: „Rasting bezieht aktuell kein Fleisch von Tönnies“.

Darüber hinaus achteten die Betreiber der einzelnen Märkte auch darauf, „keine Produkte von Tönnies zu vermarkten“.

Trotz Tönnies-Ausfall: Supermärkte haben keine Fleisch-Engpässe

Wobei sich alle Supermarkt- und Discounter-Ketten hingegen einig sind, ist die Frage nach der Versorgungssicherheit. Trotz des aktuellen Ausfalls von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb gebe es aktuell keinerlei Einschränkungen beim Fleisch-Angebot.

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