Supermarkt-Mitarbeiter findet 4500 Euro - und gibt sie zurück

Ehrlicher Finder

Peter Kiwall ist eine ehrliche Haut: Der Lieferservice-Mitarbeiter fand bei seiner Arbeit im Neuasselner Rewe-Supermarkt eine Handtasche, in der 4500 Euro steckten. Ohne zu zögern gab Kiwall sie zurück. Selbst den Finderlohn will er teilen.

NEUASSELN

, 20.04.2016, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Kiwall (links) entdeckte die Handtasche mit Bargeld und Sparbuch. Mit Marktmanager Simon Avakian sicherte er die Werte in einem Tresor.

Peter Kiwall (links) entdeckte die Handtasche mit Bargeld und Sparbuch. Mit Marktmanager Simon Avakian sicherte er die Werte in einem Tresor.

Der 57-jährige Lieferservice-Mitarbeiter aus dem Rewe in der Neuasselner Funkturm-Siedlung entdeckte am vergangenen Samstag (16. 4.) um 8.30 Uhr in einem Einkaufswagen eine beige Damenhandtasche. Ihr Inhalt: 4500 Euro und ein Sparbuch. Niemand suchte danach – die Besitzerin war unauffindbar.

Auch über den Namen im Sparbuch konnten sich Peter Kiwall und Marktmanager Simon Avakian nicht bis zur Besitzerin vorarbeiten. Also deponierten sie die 4500 Euro Bargeld, das Sparbuch und die Tasche in einem Tresor.

Seniorin wusste nicht einmal, dass sie die Tasche vergessen hatte

„Da gilt bei uns dann das Vier-Augen-Prinzip“, sagte Simon Avakian am Mittwoch. Der 26-Jährige hatte fest damit gerechnet, dass die Besitzerin wenige Minuten später in den Supermarkt zurückkehren und nach der Tasche fragen würde. Doch sie kam nicht zurück. Die vom Supermarkt verständigte Polizei konnte die Besitzerin schnell ermitteln.

„Sie wusste nicht einmal, dass sie die Tasche vergessen hat. Nach dem Einkauf war sie auf dem Friedhof und dann Zuhause. Auch dort bemerkte sie den Verlust nicht“, berichtete Peter Kiwall nach einem Treffen mit der 85-jährigen Seniorin, die sich am Mittwoch mit einem 100-Euro-Schein bedankt hatte. Kiwall: „Wir haben einen Kakao getrunken, und sie hat sich sehr nett bedankt. Ist ein gutes Gefühl“.

Finderlohn kommt in die Mitarbeiterkasse

Der Finder nahm den Hunderter zwar an, gab ihn aber sofort im Kassenbüro ab – „für unser Mitarbeiter-Sommerfest. So haben alle was davon.“

Wer Bargeld oder andere Werte findet, ist verpflichtet, diese Gegenstände abzugeben. Die Fundunterschlagung ist eine Straftat. Laut Polizeisprecher Sven Schönberg freut sich die Polizei mehrmals täglich über ehrliche Finder.

 

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