Mit vielen Kräften ist die Polizei am Montagabend im Einsatz gewesen. © Wüllner
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Tag nach Überfall auf Tattoostudio: Große Autos sammeln sich am Tatort

Wer steckt hinter dem brutalen Überfall auf ein Tattoostudio in Dortmund? Am Tag nach der Tat ermittelt die Polizei weiter vor Ort. Und auch eine andere Gruppe sammelt sich an der Rheinischen Straße.

Die Polizei ist schon da, einen Tag nach dem brutalen Überfall. Es gibt einiges zu notieren, genau nachzuschauen, nachzufragen bei den Betreibern des Tattoostudios an der Rheinischen Straße.

20 bis 30 Menschen hatten das Geschäft am späten Montagnachmittag überfallen. Eine große Fensterscheibe ging zu Bruch, mindestens ein Mensch wurde angegriffen. Auch die Glastür zum Wohnhaus direkt neben dem Laden ist nicht mehr intakt. Die großen Fragen, auch am nächsten Vormittag: Wer war das? Und warum?

Polizei sicherte Tatort mit Flatterband und Maschinenpistolen

Nach Angaben der Polizei waren die Täter dunkel gekleidet, einige waren vermummt. Lange habe der Überfall nicht gedauert, dann seien die Täter in Richtung Innenstadt geflohen. Die Polizei sicherte den Tatort – mit vielen Kräften, mit Flatterband, aber auch mit Maschinenpistolen.

Das hatte die Polizei schon am Montagabend mitgeteilt. Am Dienstagvormittag dann gingen die Ermittlungen vor Ort erkennbar weiter. Ebenso wie das offensichtliche Interesse einer anderen Gruppe.

Gruppe breitschultriger Männer möchte in den Laden

Keine zehn Minuten, nachdem ein Polizist ins Auto gestiegen und weggefahren ist, biegen Autos um die Ecke. Groß, dunkel, teuer. Zwei der breitschultrigen Männer, die aussteigen, wollen direkt in den Tattooladen.

An der Tür merken sie: Das ist gerade nicht erlaubt. Noch sind weitere Polizisten im Tattoostudio, der erst im Sommer 2021 eröffnet hat. Und so bleiben die Männer draußen stehen, wo sich kurz darauf ein paar weitere Männer zu ihnen gesellen, ebenfalls in dicken Jacken, aus einer anderen Seitenstraße hierhergekommen.

Was sagt die Polizei zu Spekulationen aus dem Internet?

Online wird derweil schon wild spekuliert über die Hintergründe der Tat: Rocker, Clans, Linke oder Rechte? Wer könnte 20 bis 30 Menschen für einen so gezielten Überfall zusammenbringen? Doch ganz gleich, was da rasch auf sozialen Netzwerken geschrieben wird – die Polizei sagt zunächst noch nichts über die Hintergründe.

Dabei hatte man die Zeichen schon deuten können zu diesem Zeitpunkt. Wer Infos habe, vielleicht sogar Videos, möge sich schnell melden, sagte die Polizei noch am Tatabend. Sowie: Gefahr für andere Menschen habe wohl nicht bestanden. Beides deutet auf einen Konflikt innerhalb der organisierten Kriminalität hin.

Was die Polizei am Dienstagnachmittag dann ja auch so bestätigt. Eine Auseinandersetzung zwischen Rockern und einem Clan sei der Hintergrund, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Auch wenn die Namen Bandidos und Miri dort nicht stehen – das Bild fügt sich in diesem Moment. Und auch die Beobachtungen vom Vormittag passen dazu.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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