Paartanz in der Corona-Krise: „Das klappt wunderbar“

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In der „Tanzbar bei Seier“ wird wieder fleißig getanzt – aber noch trauen sich nicht alle Paare. Die Inhaber sind von ihrem Konzept überzeugt, auch ohne Markierungen auf dem Boden.

Marten

, 07.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang Mai dürfen Tanzschulen in NRW wieder öffnen. Nach einer Woche intensiver Vorbereitungszeit hat die Tanzschule „Tanzbar bei Seier“ ab dem 18. Mai wieder ihre Schüler begrüßt.

Mit der Soforthilfe und dem Gutschein-Verkauf der DEW21 hatte die Tanzschule es geschafft, sich bis zum Wiederbeginn der Kurse über Wasser zu halten. „Und jetzt hat sich auch nach und nach ergeben, wer hier so fleißig Gutscheine gekauft hat“, sagt Tanzschulleiterin Nicole Seier.

Denn während das Ehepaar Seier Angebote seiner Kursteilnehmer ablehnte, mehr oder die doppelte Kursgebühr zu bezahlen, haben die Teilnehmer klammheimlich Gutscheine gekauft und so doch ihren finanziellen Beitrag geleistet. „Jetzt kommen immer alle grinsend hier an“, sagt Nicole Seier. „Wir sind sehr dankbar für so tolle Teilnehmer.“

Es gibt keine Markierungen am Boden

Und die sind dankbar, dass sie endlich wieder tanzen dürfen. Der Freitags-Seniorenkurs Stufe 3 ist sich jedenfalls einig, dass der Kursbeginn ein Stück Lebensqualität zurückgibt. „Wir hatten dauerhaft Kontakt zu vielen unserer Teilnehmer und alle haben das Tanzen vermisst“, sagt Nicole Seier.

Doch bei aller Freude muss sich die Tanzschule auch an die Corona-Vorgaben halten. Beispielsweise dient die Vordertür derzeit nur noch als Eingang, der Notausgang wird als Ausgang genutzt. So begegnen sich die Teilnehmer der verschiedenen Kurse nicht.

Pro Paartanz-Kurs sind derzeit maximal sechs Paare erlaubt.

Pro Paartanz-Kurs sind derzeit maximal sechs Paare erlaubt. © Carolin West

„Das klappt wunderbar“, sagt Arndt Seier. „Die Leute haben Verständnis und halten sich an die Regeln.“ Dazu gehöre auch, dass die Garderobe nicht genutzt werden dürfe. Stattdessen legen die Teilnehmer ihre Jacken im Saal an den weit auseinander gezogenen Tischen ab und ziehen dort auch ihre Schuhe an.

Zudem dürfen derzeit maximal sechs Paare gleichzeitig im Saal tanzen. Auf Markierungen am Boden haben die Seiers dabei bewusst verzichtet. „Die Leute sollen ja nicht auf den Boden schauen – und Klebeband hat auch kein Warnsignal, wenn man mal darauf tritt“, erklärt Nicole Seier.

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Bislang funktioniere das unproblematisch, da die Paare von selbst Abstand halten – genau wie die Seiers bei ihren Anweisungen. Was derzeit allerdings nicht möglich sei, sei kurzfristig auf einen anderen Kurstag auszuweichen. So sollen mögliche Infektionsketten möglichst kurz gehalten werden.

Anweisungen geben Nicole und Arndt Seier derzeit von Ferne.

Anweisungen geben Nicole und Arndt Seier derzeit von Ferne. © Carolin West

Nicht alle trauen sich zum Kurs

Dennoch trauen sich noch nicht alle Kursteilnehmer zurück in die Tanzschule. „Manche haben einfach zu viel Angst – obwohl wir sehr für Sicherheit sorgen“, sagt Nicole Seier. „Aber die Sorge ist verständlich und es haben alle versprochen, irgendwann wiederzukommen.“

Der Kurs „Tanzen ohne Partner“ läuft erst seit Dienstag (2.6.) wieder. Hier mussten die Seiers die Teilnehmerzahl allerdings auf 12 halbieren.

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