Task Force erwischt 348 Freier in der Nordstadt

Kampf gegen Prostitution

Fast vier Jahre nach Schließung des Straßenstrichs muss die Task Force Nordstadt immer seltener gegen Prostituierte einschreiten - dafür aber gegen Freier. Allein im vergangenen Jahr waren es 348 Mal. Wir erklären, um welche Verstöße es geht.

DORTMUND

, 12.03.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund um den Nordmarkt geht das Ordnungsamt verstärkt gegen Prostitution vor.

Rund um den Nordmarkt geht das Ordnungsamt verstärkt gegen Prostitution vor.

Was ist die Ausgangslage?

Im Mai 2011 wurde zeitgleich mit der Sperrbezirksverordnung ein Kontaktaufnahmeverbot für Freier verhängt. Um den Freiersuchverkehr zu unterbinden, wurden zudem im Frühjahr 2014 etliche Straßen rund um den Nordmarkt mit einem  Durchfahrtsverbot zwischen 19 Uhr und 5 Uhr' tag=' beschildert.

Welche Ordnungswidrigkeiten begehen die Freier?

Sie verstoßen gegen das Kontaktaufnahmeverbot, missachten die Durchfahrtsverbote' tag=' und fahren unnütz herum. Diese drei Ordnungswidrigkeiten ahndet die Task Force zum Teil auch bei Schwerpunktaktionen und Sondereinsätzen. 

Wie viele Ordnungswidrigkeitsverfahren hat es seit Mai 2011 gegeben?

Von Mai 2011 bis Ende 2014 wurden insgesamt mehr als 900 Ordnungswidrigkeitsverfahren allein wegen der Kontaktaufnahme registriert, 2012 waren es 184 Verfahren, 262 in 2013 und sogar 348 in 2014 – nachzulesen in einer Verwaltungsvorlage für den Ratsausschuss für öffentliche Ordnung.

Hier gilt das Durchfahrtsverbot:

Wie hat sich die Situation bei den Prostituierten entwickelt?

Die Zahl der Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Prostituierte ist deutlich gesunken. Im Jahr 2014 wurden die Frauen nur noch in 46 Fällen belehrt und in 59 erhielten sie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige. Gegen beharrlich zuwiderhandelnde Prostituierte gibt es Strafanzeigen, im letzten Jahr 178 Mal. Darunter befinden sich einzelne Frauen, die über 20 Mal einschlägig in Erscheinung getreten sind.

Sind Prostituierte auch schon mal inhaftiert worden?

Ja, mindestens 13 der in der Vergangenheit besonders aktiven Prostituierten sitzen nach Kenntnis der Stadt derzeit in Haft. Freiheitsstrafen von mehreren Monaten bis zu vier Jahren wurden verhängt. Dabei war neben anderen strafrechtlichen Delikten wie Drogenbesitz und Diebstahl vor allem die hartnäckige Missachtung der Sperrbezirksverordnung für die Verurteilung ausschlaggebend.

Wie viele Prostituierte treffen die Ordnungskräfte heutzutage auf den Straßen in der Nordstadt an?

In den letzten Monaten wurden selten mehr als zehn Prostituierte täglich festgestellt. Neu hinzugekommene Prostituierte sind kaum zu beobachten.

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