Im 16. Dortmund-Tatort steckt mehr Dortmund als sonst – und viel unvorstellbares Leid (mit Video)

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In dieser Folge des Dortmund-Tatorts ist mehr von Dortmund zu sehen als bisher. Insbesondere ist ein bekanntes Hochhaus Schauplatz einer spannenden Szene. Es ist kein Tatort für Zartbesaitete.

Dortmund

, 01.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Sie versuchen, wie alle anderen, zu verdrängen, dass es so was tatsächlich gibt“ - unvorstellbar ist das Leid, das im neuesten Dortmund-Tatort gezeigt, aber auch wieder nicht gezeigt wird. Es geht um sexuellen Kindesmissbrauch.

Das Eingangszitat stammt von einer jungen Frau, die Täter und Opfer zugleich ist. „Monster“, der 16. Fall von Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) und seinem Team, wird am Sonntag (2.2.) um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Der Dortmunder Tatort gilt als einer der härteren in der TV-Reihe. Das gilt für diese Folge ganz besonders – nicht nur wegen der deutlich mehr Stunts und Actionszenen als bisher. Vor allem das ehemalige RAG-Hochhaus, Hansastraße 101, ist Schauplatz eines Duells, das eine Neuauflage erlebt.

Auf dem Dach trifft Hauptkommissar Faber erneut auf seinen Gegenspieler, Dauerbösewicht Markus Graf, der Fabers Frau und Kind umgebracht hat und auch Faber nach dem Leben trachtet. Er lädt Faber ein, mit ihm „das Dortmunder Panorama zu genießen“. Eine Verfolgungsjagd bis ins Erdgeschoss endet für jemanden tödlich.

Leiche in einer Vorortsiedlung

Kurz zuvor, es ist ein wolkenverhangener Samstagmorgen, waren die Dortmunder Kommissare in eine typische Vorortsiedlung gerufen worden - die allerdings nicht in Dortmund beheimatet ist. Solche Kühltürme, wie im Hintergrund zu sehen, gibt es in Dortmund nicht.

Im Keller eines Einfamilienhauses liegt ein erstochener, älterer Mann. Im selben Raum hockt eine blutverschmierte junge Frau mit dem Messer noch in der Hand. Sie will nur mit Faber sprechen. Im Hintergrund läuft Countrymusik.

Währenddessen erhält Fabers Kollege Jan Pawlak (Rick Okon) einen verstörenden Anruf von seiner sechsjährigen Tochter Mia. Sie spricht von einem „bösen Mann“. Das Kind ist entführt und wird wenig später online in einem Pädophilen-Forum im Darknet angeboten.

Die Uhr tickt...

Schnell stellt sich heraus, dass Markus Graf hinter der Sache steckt. Er fordert auf dem Dach Fabers Suizid gegen die Rettung von Mia. Im weiteren Verlauf ist die junge, traumatisierte Frau Grafs Sprachrohr, die selbst Opfer von Kindesmissbrauch geworden ist und sich an ihrem Peiniger gerächt hat. Und die Uhr tickt: Noch acht Stunden lang läuft die Versteigerung von Mia.

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Dieser Tatort ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Das unfassbare Leid wird nur angedeutet und spiegelt sich vor allem in den Gesichtern der Kommissare, wenn sie auf Fotos und den Computerbildschirm starren. Für die sonst unterhaltsamen Dialoge im Team ist angesichts dieses bedrückenden Themas kein Platz. Kommissarin Martin Bönisch (Anna Schudt) bittet Chefzyniker Faber: „Können wir das mit dem Zynismus mal lassen. Ich kotz Ihnen sonst gleich vor die Füße“.

Vier Tage in Dortmund gedreht

Das Team ist in einem Ausnahmezustand, zieht aber angesichts der kollektiven Verzweiflung an einem Strang, lässt sich sogar zu grenzwertigem bis illegalem Tun hinreißen, um die kleine Mia zu retten und ihr das Leid zu ersparen, was die junge Frau erleiden musste. „Woran erkennt man Männer, die Kinder missbrauchen?“, fragt die Frau Faber und gibt selbst die Antwort: „Einer gab mir ein Stück Kuchen vom Geburtstag seiner Kinder.“

Vier Tage lang wurde für diese Folge in Dortmund gedreht, neben dem RAG-Haus auch im Klinikum, im Polizeipräsidium und an der Brinkhoffstraße. Zudem sind zahlreiche nächtliche Übersichtsaufnahmen von der Dortmunder City zu sehen. Eine Tatort-Folge, in der mehr Dortmund steckt, als man sonst in der Krimiserie zumeist zu sehen bekommt.

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