Tattoo-Messe: Desinfektion ist in dieser Branche schon lange wichtig

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Die Tattoo-Maschinen surren in der Westfalenhalle 3. Auch im Corona-Jahr findet die Tattoo Con statt - unter strengen Auflagen. Das tut der Lust nach Farbe unter der Haut keinen Abbruch.

Dortmund

, 10.10.2020, 04:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Farbe Schwarz dominiert in der sowieso schon dunklen Westfalenhalle 3. Hände in schwarzen Einmalhandschuhen spritzen schwarze Farbe unter die Haut. Lange Tische mit Tattoo-Vorlagen, abgedeckt mit schwarzen Tüchern, sind zu sehen. Besucher in schwarzen Lederjacken und dunklen Hosen tummeln sich davor. Die Tattoo Con hat die Halle an diesem Wochenende (9. bis 11.10.) in Beschlag genommen.

„Wir versprühen Sicherheit“

Neben den Tätowierständen stehen Oldtimer und eine große Bühne. Prominente Gäste werden erwartet. Am Freitag sind es die Stars von Love Island, einer RTL-2-Dating-Show. Fast größer als die meisten Tattoostände ist einer, der Desinfektionsmittel bewirbt. „Wir versprühen Sicherheit“, steht darauf. Scheinbar das Motto der diesjährigen Messe unter Corona-Bedingungen.

Im vergangenen Jahr waren 20.000 Besucher auf der Tattoo Con - in diesem Jahr dürfen sich nicht mehr als 3500 Leute gleichzeitig in der Halle aufhalten.

Im vergangenen Jahr waren 20.000 Besucher auf der Tattoo Con - in diesem Jahr dürfen sich nicht mehr als 3500 Leute gleichzeitig in der Halle aufhalten. © Anne Schiebener

„Wir hatten auf mehr als 25.000 Besucher an diesem Wochenende gehofft“, sagt Veranstalter Martin Siedler: „Aber da hat Corona uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Ein aufwendig erarbeitetes Hygienekonzept soll die Sicherheit für gleichzeitig 3500 Besucher und Aussteller in der Halle garantieren.

„Die Lust nach Tätowierungen ist nach wie vor ungebrochen“, sagt Siedler. Erst zwei Stunden vor Eröffnung gab es das offizielle Okay vom Land, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden darf.

Hohes Sicherheitsverständnis in der Tattoo-Branche

Am ersten Messetag ist es erfahrungsgemäß am ruhigsten. „Es sind noch weniger Leute hier als sonst“, sagt Tätowierer Cemil Ince, der seit zwei Jahren einen Stand auf der Tattoo Con hat.

Für Cemil Ince steht Gesundheit an oberster Stelle - nicht nur wegen Corona.

Für Cemil Ince steht Gesundheit an oberster Stelle - nicht nur wegen Corona. © Anne Schiebener

Bis auf wenige Messe-Besucher hat sich in seinem Beruf aber nicht viel verändert. „Vor Corona mussten wir auch schon aufpassen, was die Gesundheit angeht“, sagt Ince und nennt die Stichworte HIV und Hepatitis. „Jetzt tragen wir halt zusätzlich noch eine Maske“, sagt er. Gesundheit und Sicherheit sind sensible Stichworte in der Tattoo-Branche.

Aussteller aus den Corona-Risikogebieten

Seit fünf Jahren kommt Loes van der Donk schon zur Tattoo-Messe nach Dortmund und verkauft hier ausgestopfte Hasen und Tierschädel. Deko für Tattoostudios. Van der Donk kommt aus den Niederlanden - einem Corona-Risikogebiet.

Um auch in diesem Jahr ihre Dekorationen ausstellen zu dürfen, mussten sie und ihr Mann einen Corona-Test machen. Das negative Ergebnis war das Eintrittsticket für die Tattoo Con.

Loes van der Donk durfte mit einem negativen Corona-Testergebnis auch in diesem Jahr aus den Niederlanden zur TattooCon anreisen.

Loes van der Donk durfte mit einem negativen Corona-Testergebnis auch in diesem Jahr aus den Niederlanden anreisen. © Anne Schiebener

Vanessa Haverbeck ist zum ersten Mal mit ihrem Freund Danny Tannemann auf der Messe. „Wir sind beide tätowiert und wollten schon seit längerem hier hinkommen“, sagt Haverbeck. Sie würde sich heute gerne einen Schriftzug tätowieren lassen. Bedenken wegen Corona? Beide schütteln den Kopf. „Nö!“

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