Ein Taxifahrer ist offenbar unerlaubterweise ins Johannes-Hospital in der Nähe der Thier-Galerie spaziert. © Kevin Kindel
Besuchsverbot

Taxifahrer holt Krankenhaus-Patienten trotz Besuchsverbots von der Station ab

Bis auf einzelne Ausnahmen dürfen keine externen Personen die Krankenhäuser in Dortmund betreten. Eine Familie war jetzt sehr verwundert, als ein Taxifahrer plötzlich im Patientenzimmer stand.

Ein Patient ist am Montag (14.12.) aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt und zwei Herz-Operationen konnte er die kardiologische Station des Johannes-Hospitals im Klinikviertel endlich verlassen.

Der Tag der Entlassung war allein deshalb besonders, weil der Senior endlich seine Familie wieder treffen konnte. Wegen des geltenden Besuchsverbots dürfen nur ganz ausgewählte Angehörige im Ausnahmefall nach Anmeldung die Dortmunder Krankenhäuser betreten.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses haben dem Ex-Patienten ein Taxi gerufen, das ihn nach Hause bringen sollte. Groß war dann die Verwunderung, als der Fahrer plötzlich im Türrahmen des Patientenzimmers stand und dem Rentner netterweise half, sein Gepäck zum Auto zu tragen. So berichtet es der Schwiegersohn des Mannes, der den Namen aus Sorge vor Konflikten bei zukünftigen Behandlungen nicht veröffentlichen möchte.

Über die Behandlung im Johannes-Hospital hat der Angehörige auch nur Gutes zu sagen: „Alles war wunderbar, das waren kompetente Kardiologen“, sagt er. Aber er fragt sich, ob der Auftritt des Taxifahrers so in Ordnung war.

„Taxifahrer hätte sich unerlaubten Zugang verschafft“

Krankenhaus-Sprecherin Sandra Baran antwortet auf Anfrage unserer Redaktion, die Patienten würden eigentlich an den Ausgängen abgeholt. „Nach wie vor gilt ein Besuchsverbot in unseren Krankenhäusern und die Ein- und Ausgänge sind mit Personal zur Kontrolle besetzt“, so Baran: „Ein Taxifahrer in einem Patientenzimmer hätte sich demnach einen unerlaubten Zugang verschafft.“

Dem Personal ist der Fremde offenbar gar nicht aufgefallen. „Wenn jemand durch die Kontrollen an den Eingängen gekommen ist, dann gehen die Mitarbeitenden davon aus, dass es sich bei der Person um einen Patienten handelt“, sagt Sandra Baran. Es werde im Krankenhaus nicht jede Person, die „in zivil“ unterwegs ist, angesprochen.

Das generelle Besuchsverbot gilt aktuell bis Ende des Jahres 2020. „Gerade in Krankenhäusern befinden sich immunschwache Menschen, die geschützt werden sollen“, heißt es dazu von der Stadt Dortmund.

Ausnahmen in begründeten Einzelfällen sind in allen Krankenhäusern möglich, aber nur nach ärztlicher oder pflegerischer Vereinbarung per Telefon: „In diesen Fällen werden die Besucher über die notwendigen hygienischen Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen durch die behandelnden Ärzte informiert“, so die Mitteilung der Stadtverwaltung.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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