Die Baustellen-Lage auf dem Wallring wird noch enger. © Hans Blossey
Bauarbeiten

Teil des Wallrings für acht Wochen gesperrt – Verkehr wird einspurig

Die ohnehin durch Baustellen schwierige Verkehrslage auf dem Wallring in der Dortmunder Innenstadt wird noch prekärer. Jetzt steht sogar die Sperrung einer Fahrtrichtung an. Das hat Folgen.

Auto- und Radfahrer auf dem Wallring sind zurzeit ohnehin Leid geprüft. Auf dem Außenring des Ostwalls in Richtung Norden gibt es aktuell nur zwei Spuren, auf dem Innenring in Richtung Süden ist es ab Schwanenwall zurzeit sogar nur einspurig. Das sorgt für lange Staus.

Und die dürften bald noch länger werden. Denn die Stadt kündigt die Vollsperrung des Außenrings am Schwanenwall an. „Am Montag, den 14. Juni 2021, muss der Außenring des Schwanenwalls zwischen Hamburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße komplett gesperrt werden“, teilt die Stadt am Mittwoch mit.

Der Grund sind die Suche nach drei Bombenblindgängern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit Bodensondierungen, Arbeiten am DEW21-Fernwärmenetz und an den Versorgungsleitungen der Donetz. Wie lange die Sperrung bestehen bleiben muss, hänge von mehreren unsicheren Faktoren ab, heißt es. Derzeit geht das Tiefbauamt von mindestens acht Wochen aus.

„Bei Tiefbaumaßnahmen kann es jederzeit zu Verzögerungen durch unvorhersehbare Überraschungen im Boden kommen, zum Beispiel durch nicht kartierte Leitungen oder archäologische Funde, mit denen am Wall immer gerechnet werden muss“, erläutert Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl. „Die Zeitpläne müssen dann immer neu angepasst werden.“ Auch eine Bestätigung des Blindgänger-Verdachts und eine möglicherweise nötige Entschärfung könnten eine Verlängerung der Sperrung bedeuten.

Alle Maßnahmen hätten alternativ jeweils einzelne Sperrungen des Schwanenwalls im Laufe dieses Jahres zur Folge gehabt, die zusammengerechnet unterm Strich eine längere Sperrdauer ergeben hätten. „Bei der gewählten koordinierten Kompaktlösung entfällt auch der Aufwand für die Verkehrsteilnehmenden, sich jedes Mal neu an die Situation anzupassen“, erklärt Sylvia Uehlendahl. Erfahrungsgemäß führen Umstellungen immer wieder in den ersten Tagen zu besonderen Staus.

Einspurige Verkehrsführung

Das Problem ist, dass mit dem Heiligen Weg eine mögliche Umleitungsstrecke für den Wall ebenfalls wegen einer Baustelle in Richtung Norden gesperrt wird. Man hat sich nun für eine provisorische Verkehrsführung auf dem Wall entschieden: Der Verkehr wird jeweils mit einer Fahrspur pro Richtung auf dem Innenwall abgewickelt. Dafür laufen bereits Arbeiten, um eine provisorische Überfahrt des Mittelstreifens am Schwanenwall herzustellen. Der Mittelstreifen muss dazu befestigt werden.

Am Schwanenwall laufen schon vorbereitende Arbeiten, um wegen der Sperrung des Außenrings das Überfahren des Mittelstreifens zu ermöglichen. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Autofahrer, die von der Hamburger Straße kommend in Richtung Hauptbahnhof unterwegs sind, können den Bereich Schwanenwall über die Weißenburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße umfahren. Alternativ kann man auch links auf den Ostwall abbiegen und über den Innenring den Hauptbahnhof erreichen. Das Rechtsabbiegen von der Hamburger Straße auf den verschwenkten Schwanenwall am Ostentor ist nicht möglich.

Dies gilt auch für die Gegenrichtung: Hier ist am Ostentor das Linksabbiegen vom Schwanenwall auf die Hamburger Straße Richtung Osten nicht möglich. Auch hier führt die Umleitung über die Geschwister-Scholl-Straße und Weißenburger Straße.

Umbauarbeiten ab Sonntag

Die neue Verkehrsführung wird bereits am Sonntag (13.6.) eingerichtet, weil umfangreiche Markierungsarbeiten in der Kreuzung vorgenommen werden müssen – und das bei laufendem Verkehr.

Am Montag (14.6.) sollen dann die Bauarbeiten mit der Freilegung von Kabeln und Leitungen im Bereich des Bombenverdachtspunkts am Schwanenwall starten. Der erste Verdachtspunkt liegt direkt unter der Fahrbahn des Außenrings – ungefähr in Höhe Milchgasse. Die Bombensondierung ist derzeit für den 28. Juni geplant.

Parallel werden im näheren Umfeld zwei weitere Bombenverdachtspunkte auf dem Platz von Novi Sad und im Bereich Schwanenwall / Geschwister-Scholl-Straße freigelegt, die anschließend bei dieser Gelegenheit ebenfalls sondiert werden.

Ebenfalls parallel wird an der Fernwärmeleitung und an den Versorgungsleitungen von DEW und Donetz gearbeitet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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