Die Stadt Dortmund will den Druck auf die Raserszene erhöhen: Tempo 30 auf dem Wall ist die Konsequenz. © Schaper
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Tempo 30 als Strafe für alle? Dortmunder ärgern sich über Wall-Maßnahme

Die Stadt Dortmund führt Tempo 30 auf dem Wall ein: Sie will verschärft gegen Raser und Tuner vorgehen. Aber nicht nur sie sind von der Maßnahme betroffen. Die Dortmunder diskutieren im Netz.

Der Wall soll für die Raser- und Tunerszene unattraktiver werden: Die Stadt Dortmund senkt dort deshalb die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30. Künftig soll das täglich in den Nachtstunden von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens gelten.

Die Maßnahme sorgt unter den Dortmundern in den sozialen Netzwerken für hitzige Diskussionen und es hagelt Kritik.

Tempo 30 sorgt bei Facebook-Usern für Frust

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei viele nächtliche Einsätze gegen Raser am Wall gefahren, auch als Reaktion auf Beschwerden von Anwohnern. Mehrfach hatte die Polizei Teile des Walls gesperrt.

Die Stadt gab schon da die Losung „Null Toleranz“ aus. Jetzt wolle man mit dem nächtlichen Tempolimit „den Druck auf die Szene weiter hoch halten und erhöhen“, sagt Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Dass das Tempo 30 künftig für alle Dortmunder gelten soll, sorgt bei der Mehrheit der Facebook-Nutzer für Frust.

Ein Nutzer etwa schreibt: „Wow – Dortmund glänzt wieder mit Aktionismus der 98% der Menschen bestraft, weil sich 2% nicht dran halten… Wenn jetzt 30 statt 50 gilt, rasen die bestimmt nicht mehr.“ Mit dieser Meinung ist er nicht allein.

Nachts nur noch Tempo 30 auf dem Wall in Dortmund: Oberbürgermeister Thomas Westphal (l.) und Polizeipräsident Gregor Lange mit einem der neuen Schilder.
Nachts nur noch Tempo 30 auf dem Wall in Dortmund: Oberbürgermeister Thomas Westphal (l.) und Polizeipräsident Gregor Lange mit einem der neuen Schilder. © Stadt Dortmund/Anja Kador © Stadt Dortmund/Anja Kador

„Wenn man zu blöd ist, das Problem an sich zu bekämpfen, bestraft man eben alle“, sagt ein weiterer Nutzer. Eine Facebook-Userin ergänzt: „Das ist doch nicht mehr normal in einer Großstadt Tempo 30 auf dem Wall. Danke an die Vollidioten, die mit Ihrem Blechkisten-Prollgehabe dafür gesorgt haben.“

Vermehrte Kontrollen sorgen für Kritik

Auch dass es künftig mehr Kontrollen geben solle, stößt bei den Usern auf Kritik: „Was macht man, wenn man mit der illegalen Raserei nicht fertig wird? Genau! Man bestraft die, die sich an die Regeln halten, weil man bei 30 besser blitzen kann.“

Neben dem Unverständnis überwiegt die Skepsis, ob das Tempolimit überhaupt den gewünschten Effekt erzielen könne, Raser vom Wall zu verdrängen: „Wird nicht viel bringen“, „Das wird die Raser auch nicht stoppen“ oder „Dann rasen die Helden der Nacht eben mit 20 Km/h weniger im Kreis“ ist in der Kommentarspalte auf der Internetplattform zu lesen.

Es gibt auch positive Stimmen zum Tempolimit

Inwieweit sich das Tempolimit wohl auf die Fahrzeit auswirken wird, steht ebenfalls zur Diskussion: „Was jucken mich die Blitzer, wenn ich Zeit verliere, weil jeder nur noch mit 25 da her fährt?“

Eine Userin entgegnet jedoch: „Sind Sie wirklich so bewegt davon, ob man die wenigen Minuten, die man nachts auf dem Wall mit dem Auto verbringt, 30 oder 50 fährt?“

Auch ein Weiterer äußert sich gegenüber der Maßnahme positiv: „Gilt scheinbar nur von 21 Uhr bis 5 Uhr und find ich ne gute Sache!“ Positive Reaktionen sind gegenüber den kritischen Stimmen jedoch deutlich in der Unterzahl.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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