Tempodisplay vor dem Fenster: In Liesel Langners Schlafzimmer leuchtet es grün und rot

mlzÄrger über Verkehrszeichen

Das Geschwindigkeitsdisplay vor ihrem Haus macht Liesel Langner verrückt. Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny zeigt Verständnis, hält aber eine Versetzung des Zeichens für schwierig.

Hostedde

, 18.01.2019, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Liesel Langner ärgert sich über das Geschwindigkeitsdisplay, das seit etwa einem Jahr direkt vor ihrem Haus an der Hostedder Straße 51 steht. Es scheine in ihr Wohn- und Schlafzimmer: grün, wenn die Autos sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, und rot, wenn sie es nicht tun.

Die Rollläden runterlassen – wie es ihr Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny empfohlen habe (wir berichteten) –, wolle sie nicht. Sie habe seit dem Tod ihres Mannes Angst im Dunkeln. An Heiligabend habe jemand nachts um 3 Uhr an ihrer Tür geklingelt. Natürlich habe sie nicht aufgemacht. Aber das habe ihr zusätzlich Angst gemacht.

Kindergarten in der Nähe

Das Geschwindigkeitsdisplay in Höhe der Hostedder Straße 51 steht genau an dieser Stelle, weil es unmittelbar neben Liesel Langners Haus einen Fabido-Kindergarten gibt. Die Kinder würden jedoch alle mit dem Auto gebracht und abgeholt, sodass sie gar nicht in die Nähe der viel befahrenen Hostedder Straße kommen, sagt Liesel Langner. Sie sei auch gar nicht grundsätzlich gegen das Gerät – nur eben nicht an dieser Stelle, zumal vor der Installation niemand mit ihr darüber gesprochen habe. Immerhin werde das Gerät ja nun in der Nacht abgestellt.

Schwierige Lichtverhältnisse herrschten bei diesem Motiv, weil es aus dem Dunkeln heraus ins Helle fotografiert ist. Das Foto stellt aber am besten die Situation dar, um die es hier geht: Liesel Langner ärgert sich über das Geschwindigkeitsdisplay direkt vor ihrem Schlafzimmerfenster.

Schwierige Lichtverhältnisse herrschten bei diesem Motiv, weil es aus dem Dunkeln heraus ins Helle fotografiert ist. Das Foto stellt aber am besten die Situation dar, um die es hier geht: Liesel Langner ärgert sich über das Geschwindigkeitsdisplay direkt vor ihrem Schlafzimmerfenster. © Andreas Schröter

Die Bezirksvertretung Scharnhorst bittet die Verwaltung, zu prüfen, ob das Gerät an einer anderen Stelle aufgehängt werden kann. Konketes gebe es dazu aber noch nicht, so Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny. Ganz einfach sei ein solcher Standortwechsel allerdings nicht. Schließlich müsse ein Lampenmast mit Strom vorhanden sein, an dem das Display aufgehängt werden kann. Und: An anderer Stelle könnten sich andere Anwohner gestört fühlen, so Pasterny.

Einer von Liesel Langners Nachbarn, Siegmund Fenner, glaubt, dass die Geschwindigkeitsdisplays nichts bringen. Die Raser würden sich davon eh nicht beeindrucken lassen. Gleichwohl gibt er aber zu, dass er selbst sehr wohl langsamer fahre, wenn er ein rot leuchtendes Display sehe.

„Zu viel Verkehr“

Fenner gehört zu den Anwohnern der Hostedder Straße, die sich neulich in der Bezirksvertretung Scharnhorst ihrem Unmut über die Raser und generell über zu viel Verkehr auf der Hostedder Straße beschwert haben. Sie fordern unter anderem Tempo 30 und die feste Installation eines Blitzers. Fenner wirft Pasterny und der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst vor, sich nicht mit ihm zu treffen, um die Situation zu besprechen.

Pasterny entgegnet, er brauche keinen Ortstermin an der Hostedder Straße, weil er sie sehr gut kenne. Schließlich fahre er dort selbst immer her. Er gehe davon aus, dass sich die Lage entspannen werde, wenn die Baustelle auf der A2 weg sei.

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