Hüseyin Yilmaz vom "Salon Gute Laune" hofft auf mehr Kundschaft, jetzt, wo die Testpflicht für einen Besuch im Friseursalon nicht mehr gilt. © Tabea Prünte

Testpflicht beim Friseur fällt weg: „Die letzten Wochen haben wehgetan“

Die Dortmunder können seit Donnerstag auch ohne Test wieder zum Friseur. Auch weitere Veränderungen gibt es im Salon. Die Friseure hoffen dadurch auf eine Trendwende.

„Wo bleiben die Kunden?“, heißt es in einem Facebook-Post des „Salon Gute Laune“ in der Dortmunder Kaiserstraße. „Momentan kommt viel zu wenig Kundschaft“, sagt Hüseyin Yilmaz, Betreiber des Friseursalons, und fragt sich weiter, ob es an der Voraussetzung lag, sich testen zu lassen. Doch eben diese Voraussetzung fällt nun weg. Ein Hoffnungsschimmer für den Betrieb, für den es aufgrund der Pandemie „momentan schwierig“ ist. „Das ist nicht nur bei uns so, sondern überall“, vermutet Yilmaz.

Dass er damit Recht haben könnte, zeigt auch die Einschätzung von Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung Dortmund und Lünen und Inhaber von „Kulig – der Friseur“: „Die letzten vier Wochen, die hinter uns liegen, haben uns betriebswirtschaftlich richtig wehgetan.“ Eine Auslastung von maximal 50 Prozent sei demnach in dieser Zeit nicht unüblich gewesen.

Friseur-Innung rechnet mit klaren Vorteilen

Zwar kommen einige Kundinnen und Kunden auch an diesem Donnerstag (27.5.) noch mit einem negativen Test in den Laden hinein, erzählt Kulig, doch notwendig ist dieser Nachweis eigentlich nicht mehr. Denn nachdem der Inzidenzwert in Dortmund stabil unter 100 gefallen ist, gilt die Bundesnotbremse nicht mehr. Für den Friseurbesuch heißt das, dass kein Negativtest mehr vorgezeigt werden muss.

„Wir rechnen in jedem Fall damit, dass es große Vorteile mit sich bringt“, sagt Kulig. Schließlich betreffe es eine „große Auflage“, die für die Branche nun wegfällt. Vor allem für berufstätige Personen sowie Personen im höheren Alter sei der Wegfall der Testpflicht „auf jeden Fall eine Entlastung“, so Kulig.

„Die meisten Leute haben ein Problem mit dem Test“

Und auch Melissa Kuncz vom Friseursalon „Twister“ in der Dortmunder Brückstraße äußert sich ähnlich. „Die meisten Leute haben ein Problem mit dem Test und kommen dann gar nicht mehr in die Stadt“, sagt sie. „Mich persönlich stört es nicht, mich testen zu lassen, aber von den Leuten hat man das so gehört.“ Das Aufheben der Testpflicht könnte also eine Trendwende bedeuten.

Mehr Risiko für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

„Die Nachfrage nach Terminen für die nächste Woche ist deutlich gestiegen im Vergleich zu dieser“, bestätigt auch eine Mitarbeiterin vom Salon „Backstage Hairdesign“. Für die Kundschaft sei der Friseurbesuch so „wesentlich einfacher und entspannter“, sagt sie. Denn einige hätten schließlich zum Beispiel durch ihre Arbeitszeiten gar nicht die Möglichkeit, vor dem Friseurbesuch einen Termin für einen Coronatest einzuplanen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewertet sie die Änderung aber zwiegespalten: „Wir haben den Test befürwortet. So weiß man jetzt, auch bei der höheren Kundenfrequenz, nicht mehr genau, wer Corona hat oder nicht“, sagt sie.

Entwicklung muss sich erst rumsprechen

Zwar rechnen die Betreiber der Friseursalons mit einem Anstieg der Nachfrage – an diesem ersten Tag mit der neuen Regelung hat sich dieser aber noch nicht überall gezeigt. Hüseyin Yilmaz sieht dafür besonders einen Grund: „Viele Leute wissen das noch nicht, dass sie keinen Test mehr brauchen“, sagt er.

Zwei bis drei Tage könne es schon dauern, bis sich diese Entwicklung herumgesprochen hat, vermutet Obermeister der Friseur-Innung Frank Kulig. Außerdem macht er das regnerische Wetter an diesem Tag mitverantwortlich, das nicht gerade zu einem Friseurbesuch einlade. „Man sagt ja nicht umsonst, ‚bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür‘“, witzelt er. Doch er setzt auf die kommende Woche und den Gedanken daran, dass der Zulauf der Kundschaft dann „spürbar mehr wird“.

Darauf setzt auch Hüseyin Yilmaz vom „Salon Gute Laune“. „Ich hoffe, es wird lebhafter“, sagt er.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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