Thier-Projekt: Grüne zweifeln an Magnet-Wirkung

11.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thier-Projekt: Grüne zweifeln an Magnet-Wirkung

Ist das ECE-Einkaufscenter auf dem Thier-Gelände eher Chance oder Risiko für die City? Für die Grünen im Rat ist die Sache klar: Sie sehen eher das Risiko - und lehnen deshalb die Pläne des Investors ECE in der aktuellen Form ab.

Kritisch sehen sie vor allem die Größenordnung der geplanten Einzelhandelsflächen. Die angestrebten 32 500 Quadratmeter Handelsfläche seien "wesentlich zu groß", meint Grünen-Planungssprecherin Ingrid Reuter (Foto). 20 000 Quadratmeter maximal können sich die Grünen maximal vorstellen, dazu Wohnen und Büros.

Zweifel haben die Grünen auch an der Annahme des Gutachtens zum Thier-Projekt, das auf 56,2 Prozent Kunden aus dem Umland hofft. Beim 3do-Projekt über dem Bahnhof war trotz des Unterhaltungsanteils nur von 40 Prozent Besuchern aus der Region die Rede, stellt Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger fest. Sein Schluss: Die Gutachter-Annahmen für das Thier-Projekt seien "keine realistischen Zahlen". Krüger: "Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Kunden des ECE-Einkaufszentrums aus Dortmund kommt - mit entsprechenden Auswirkungen auf den Verdrängungseffekt für den bestehenden City-Handel." Zweifel haben die Grünen auch an den erhofften Kopplungsgeschäften - also an der Annahme, dass Einkaufscenter-Kunden auch die anderen City-Geschäfte besuchen. Dazu sei die Dortmunder City "zu weitläufig".

Insbesondere für den geplanten Boulevard Kampstraße bleibe kaum eine Entwicklungsmöglichkeit, lautet die Befürchtung. Dazu komme die unklare Lage am Hauptbahnhof, für den immer noch Planrecht für 36 000 Quadratmeter Handelsfläche bestehe.

Vermisst werden klare Aussagen zur Qualität des Handels im ECE-Center. "Es hilft der City nicht, wenn die gleichen Filialisten ins ECE-Center einziehen, die wir eh schon haben", meint Ingrid Reuter.

Nicht zuletzt sieht sie die ECE-Pläne auch aus städtebaulicher Sicht kritisch. Baulich drohe eine Trotzburg, die abends ein ganzes Stadtviertel beherrsche. Zudem müsse die Silberstraße als Ost-West-Verbindung erhalten bleiben, fordern die Grünen, die ähnliche Bedenken auch beim Koalitionspartner SPD sehen. Bleibt abzuwarten, ob sich daran in weiteren Gesprächen etwas ändert. Oli

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