Thyssenkrupp wehrte Hacker-Attacke ab

Angriff von Unbekannten

Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp ist Opfer eines groß angelegten Hackerangriffs geworden. Das schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe die "Wirtschaftswoche". Auch der Standort Dortmund war betroffen. Und auch hier habe an einem Wochenende im Oktober "die entscheidende Schlacht" der Thyssenkrupp-IT-Experten stattgefunden.

DORTMUND

, 12.12.2016, 09:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blick auf das Gebäude von Thyssenkrupp Industrial Solutions in Dortmund.

Blick auf das Gebäude von Thyssenkrupp Industrial Solutions in Dortmund.

In „einem Bürobau mitten in Dortmund“ – bei Thyssenkrupp Industrial Solutions (ehemals Uhde). In der Wirtschaftswoche heißt es: „Die langen Flure sind leer, alle Arbeitsplätze geräumt – nur im Büro 232 brennt Licht. Hier sind für dieses eine Wochenende die zehn besten Computersicherheitsspezialisten eingezogen, die der Konzern hat. Einer hat seinen Urlaub abgebrochen, ein anderer den Umzug verschoben.“ 

Club-Mate als Wachmacher 

Insgesamt 70 Spezialisten waren an dem Wochenende an mehreren Thyssenkrupp-Standorten im Einsatz, um befallene IT-Systeme zu bereinigen. Der Autor der Wirtschaftswoche war in Dortmund dabei und schildert den spannenden Abwehrkampf der IT-Experten, die sich dafür mit Gummibärchen und „kistenweise“ Club-Mate als Wachmacher ausgerüstet hätten. Das Büro 232 „ist unser Warroom“, der Kriegsraum, wird Christian Pagel zitiert, IT-Chef von Thyssenkrupp Industrial Solutions.

Der Angriff auf Thyssenkrupp war im Konzern bereits im Februar 2016 aufgefallen. Monatelang verfolgten Experten heimlich das Treiben der Hacker, ehe sie im Oktober zum erfolgreichen Gegenschlag ausholten. Die Hacker, womöglich aus Ostasien, hatten es offenbar vor allem auf Know-how aus dem Geschäftsbereich Industrial Solutions abgesehen. Laut Wirtschaftswoche ist Thyssenkrupp das erste deutsche Großunternehmen, das einen Hacker-Angriff öffentlich zugibt. Auch Dortmunder Firmen wurden bereits Opfer von Hackerangriffen; öffentlich kommuniziert wird das allerdings – nachvollziehbarerweise – fast nie.

Trojaner-Angriff

Ausnahme war im Juni dieses Jahres das Architekturbüro Berghoff Dohmann Herlich (BDH) in Hörde, das offen über einen Trojaner-Angriff berichtete. Dass IT-Sicherheit bei den hiesigen Firmen ein großes Thema ist, zeigt sich auch daran, dass es in Dortmund dazu in diesem Jahr eine Menge an Informationsveranstaltungen gab.

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