Einer der Tierquäler in der Viehsammelstelle war zugleich Tierschutz-Beauftragter der Mecke GmbH. © Soko Tierschutz e.V.
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Tierquälerei-Skandal: „Die Leute müssen mehr aufpassen, was sie essen“

Die Tierquälerei im Schlachterei-Betrieb Mecke wirft erneut ein dunkles Licht auf die industrielle Fleischproduktion. Wir haben mit Dortmundern auf dem Markt über ihren Fleischkonsum gesprochen.

Im Skandal um die Tierquälerei in der Viehsammelstelle des Schlachterei-Betriebs Mecke in der Nachbarstadt Werne kommen neue Details ans Licht. Versteckt aufgenommene Videos des Vereins Soko Tierschutz dokumentieren unter anderem Schläge und Tritte gegen Tiere. Außerdem zeigen sie Kühe, die sichtlich ausgemergelt sind. Zuletzt wurde bekannt, das einer der mutmaßlichen Täter, Tierschutzbeauftragter des Unternehmens gewesen sein soll.

Der nun öffentlich gewordene Fall gibt Einblicke in die deutsche Fleischindustrie und entfacht erneut eine Diskussion über Tierhaltung und Fleischkonsum. Wir haben mit Dortmundern gesprochen, die auf dem Hansamarkt gezielt teureres Fleisch kaufen – warum tun sie das?

„Diese ganze Tierquälerei ist ganz schrecklich“

„Ich finde schrecklich, was dort passiert ist. Die Leute müssen mehr aufpassen, was sie essen, was sie tun. Diese ganze Tierquälerei ist ganz schrecklich“, findet die Dortmunderin Heide Engels. Sie bezahle deshalb etwas mehr für das Fleisch und kaufe stattdessen weniger, weil sie sich dann sicherer sein könne, dass die Tiere artgerecht behandelt werden.

Marion Grob handelt genauso, nimmt bei dem Skandal in Werne aber auch die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben in den Blick, die bundesweit diskutiert worden waren, nachdem es im Tönnies-Schlachtereibetrieb in Rheda-Wiedenbrück einen Corona-Ausbruch gegeben hatte: „Solche Bilder sind traurig, ich denke aber auch, dass die Menschen, die in der Fleischindustrie beschäftigt sind, unter hohem Druck stehen. Es ist bekannt, dass man da nicht besonders viel verdient.“ Ein abschließendes Urteil wolle sie sich deshalb nicht anmaßen, sagt die Dortmunderin.

„Zumindest derzeit möchte ich nicht darauf verzichten“

Sie befasse sich schon länger mit dem Thema des Fleischkonsums. Da zwei ihrer Kinder sich mittlerweile vegan ernähren, gebe es zwangsläufig auch in der Familie Diskussionen. Sie habe ihre Schlüsse daraus gezogen und würde weniger Fleisch essen. „Zumindest derzeit möchte ich nicht ganz darauf verzichten.“ Sie gehe deshalb zu Metzgern, denen sie vertraue und bei denen sie wisse, dass die Tiere ein gutes Leben hatten.

Bei Heide Engels ist das der Fleischstand „Edles Fleisch“ auf dem Hansamarkt. Sie habe bemerkt, dass dort zuletzt mehr Menschen hinkommen würden und hofft, dass sich durchsetze, was sie beobachte: „Die Leute kaufen schon bessere Sachen und dafür etwas weniger“, glaubt die Dortmunderin, für die ihr Fleischkonsum nicht nur eine Frage des Tierwohls, sondern auch des Geschmacks ist: „Sie brauchen dieses Fleisch praktisch nicht zu würzen, weil es viel intensiver schmeckt und das ist für mich sehr wertvoll.“

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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