So gehen Cafés in Dortmund mit Coffee-to-go Bechern um

mlzNachhaltigkeit

Im Café Lotte an der Saarlandstraße gibt es Kaffee zum Mitnehmen nur noch in Mehrwegbechern. Die Idee entstand aus einem Zufall. Andere Cafés tun sich noch schwer mit nachhaltigen Bechern.

von Alina Andraczek

Saarlandstraßenviertel

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Direkt an der Saarlandstraße ist das Café Lotte ein beliebter Ort zum Verweilen. Wer nicht hier bleiben, sondern seinen Kaffee mitnehmen möchte, muss jetzt an den eigenen Kaffeebecher denken. Seit zwei Wochen gibt es Coffee-to-go hier nur noch in mitgebrachten Bechern oder geliehenen Keramikbechern. „Das funktioniert wirklich gut bisher“, sagt die Mitarbeiterin Ailis Krurup. Dabei war die Umstellung auf nachhaltigere Becher eigentlich ein Zufall.

Kaffee im Keramikbecher

Bei der Lieferung der Einwegbecher habe es Verzögerungen gegeben, erzählt Krurup. In der Zeit darauf seien sie dann auch ohne die Einwegbecher gut ausgekommen. „Die Leute haben sich dann eben hingesetzt, sich mal Zeit genommen für einen Kaffee“, erzählt die Mitarbeiterin. Und auch, wenn ein Kunde keine Zeit dafür und keinen Mehrwegbecher hat, finden die Mitarbeiter eine Lösung. „Im Notfall, wenn es nicht anders ging, haben wir dann einen unserer Keramikbecher herausgegeben“, sagt Krurup. Die seien bisher immer zurückgegeben worden.

Nur wenige bringen Mehrwegbecher mit

Das Ende des Einwegbechers ist in anderen Cafés aber noch weit entfernt. So auch in der Brasserie Lotte an der Kaiserstraße. Dort wird der Coffee-to-go in Einwegbechern angeboten. Die Nachfrage sei sehr hoch, sagt die Betreiberin, die namentlich nicht erwähnt werden möchte. Am kleineren Standort an der Saarlandstraße werde man es daher ohne ausprobieren, auch ein Pfandsystem soll noch erprobt werden. Nachhaltigkeit sei ihr wichtig, sie wolle aber keine Kunden dadurch verlieren. Denn nur wenige bringen einen Mehrwegbecher mit.

Dortmunder Cafés haben auch andere Lösungen gefunden

Eine kreative Lösung dafür hat sich die Kaffeerösterei Neues Schwarz einfallen lassen. In der Kaffeerösterei im Saarlandstraßenviertel und in der Kaffeebar in der Innenstadt gibt es zwar auch Coffee-to-go in Einwegbechern. Für 13,90 Euro bis 15,90 Euro können Kunden aber auch einen schicken Mehrwegbecher mit dem Logo der Rösterei kaufen.

Jetzt lesen

Das Café Oma Rosa und die Eisdiele Hitzefrei im Kreuzviertel setzen dagegen auf das Pfandsystem „Cup for Cup“. Ihren Kaffee können die Kunden gegen 1 Euro Pfand in einem Mehrwegbecher mitnehmen. Die Becher können dann bei allen teilnehmenden Cafés, Bäckern oder Tankstellen abgegeben werden. Auch das Café Herr Liebig will bald auf das Pfandsystem umstellen. Anfang Juni ist das Lokal in die Räume des alten Café Asemann eingezogen. Dessen kompostierbare Einwegbecher werden nun zunächst aufgebraucht.

Diese recycelbaren Becher nutzen auch andere Cafés in Dortmund - zum Beispiel das Kieztörtchen und Froilein Meier. „Ein Pfandsystem bringt nur was, wenn alle mitmachen“, heißt es aus dem Froilein Meier.

Lesen Sie jetzt
Kleines Café

Im Café Oma Rosa gibt es Leckeres im Pfand-Einmachglas

Das kleine Café an der Chemnitzer Straße heißt nicht umsonst „Oma“ Rosa. Es setzt auf Altbewährtes. Dazu gehören auch nachhaltige Verpackungen. Pfandbecher aber setzen sich nicht durch. Von Susanne Riese

Lesen Sie jetzt