Der Beschuldigte (2. von rechts), beim ersten Prozess gegen ihn im August 2019, eingerahmt im Gerichtssaal von einer Dolmetscherin und seinem Verteidiger Thorsten Hönnscheidt © Werner von Braunschweig (Archivbild)
Prozess am Schwurgericht

Tödliche Prügelattacke: Opfer verblutete an Leberrissen

Ein psychisch kranker Mann aus Körne soll einen Freund so schwer verprügelt haben, dass dieser starb. Der Fall beschäftigt jetzt bereits zum zweiten Mal das Schwurgericht.

Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel ist davon überzeugt, dass der 47-Jährige zur Tatzeit im Februar 2019 schuldunfähig war. Schwere Wahnvorstellungen sollen ihn zu der Prügelattacke getrieben haben.

Weil zu befürchten sei, dass der Beschuldigte ohne Behandlung erneut schwere Straftaten begehen könnte, soll er nach dem Willen des Anklägers unbefristet in ein geschlossenes psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden.

Genau diese Maßregel hatte das Schwurgericht bereits am Ende eines ersten Prozesses verhängt. Die schriftliche Begründung des Urteils überzeugte den 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofes allerdings nicht. Deshalb muss jetzt noch einmal verhandelt werden.

Bewusstlos vom Stuhl gefallen?

Zu Beginn des neuen Prozesses erneuerte der 47-Jährige seine Behauptung, dass er sich an das Geschehen vom 12. Februar 2019 nicht mehr erinnern könne.

„Ich habe an dem Abend eine halbe Flasche Wodka getrunken und bin dann irgendwann bewusstlos vom Stuhl gefallen“, sagte er den Richtern. Als er wieder wach geworden sei, habe sein Freund bereits nackt und schwer verletzt vor ihm gelegen.

Das Opfer erlitt bei der Prügelattacke Brüche des Nasenbeins und mehrerer Rippen. Außerdem stellten die Ärzte bei der Obduktion zwei Leberrisse fest, an denen der Mann verblutet war.

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