Tödlicher Streit im Rockermilieu: Harte Strafen für Täter

mlzLandgericht Essen

Was als „Ansage“ begann, endete tödlich. Im Oktober 2018 wird ein Mitglied der „Freeway Riders“ erstochen. Die Spur führt nach Dortmund - zu den Bandidos. Jetzt sind die Urteile gefallen.

Dortmund/ Essen

, 26.06.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war eine rätselhafte Bluttat: Im Oktober 2018 wird in Gelsenkirchen die Leiche eines Mitglieds der „Freeway Riders“ entdeckt. Die Spur führt zu vier Bandidos – einer kommt aus Dortmund. Am Freitag haben die Richter am Essener Schwurgericht die Urteile gesprochen.

Bis zu zehn Jahre Haft

Die Strafen: sechseinhalb bis zehn Jahre Haft. Monatelang hatten die Angeklagten im Prozess geschwiegen. Dann die Wende. Einer von ihnen erklärte über seinen Verteidiger Burkhard Benecken: „Mir kam im Rausch der Gedanke, einfach mal einer beliebigen Person von den Freeway-Riders eine Ansage zu machen.“ Doch dann habe er im Gerangel zum Messer gegriffen. Den Tod habe er natürlich nicht gewollt.

Jetzt lesen

Die Richter sind überzeugt, dass auch die anderen drei Angeklagten mit dabei waren. Die Urteile lauten auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Ermittler waren damals durch die Auswertung von Mobilfunk-Zellen auf die Spur der Angeklagten gekommen. Anschließend wurden in einem Auto des Dortmunders Blutanhaftungen auf den Sitzen gefunden, die von der Rocker-Kutte des Opfers stammen könnten, die bis heute nicht wiederaufgetaucht ist.

Das 63-jährige Opfer hatte im Gelsenkirchener Clubheim der Freeway Riders gefeiert und sich gegen Mitternacht zu Fuß auf den Heimweg gemacht. Weit kam er nicht.

Lesen Sie jetzt