Topspin statt Hamlet: Schauspieler Uwe Schmieder befreit seinen Geist in Körne

mlzSelbstschutz am Theater

Schauspieler Uwe Schmieder ist fast 24/7 am Theater aktiv – und bildet damit keine Ausnahme im Schauspiel-Ensemble. Doch wann immer möglich nimmt er sich Zeit für kleine, weiße Bälle.

Dortmund

, 22.02.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Name:

Uwe Schmieder

Beruf:

Schauspieler

Sparte:

Schauspiel

Besonders schützenswerter Körperteil:

Innere Ausgeglichenheit

Vom Lkw-Steuer kam Uwe Schmieder auf die Bühne

Uwe Schmieder (59) wuchs in der DDR auf, ging mit 18 zur Armee und lernte erst Berufskraftfahrer, bevor er sich in Leipzig zum Schauspieler ausbilden ließ. Seit 2011 ist er festes Mitglied des Dortmunder Schauspielensembles.

Seitdem bestimmt das Theater seinen Tagesablauf. „Am Theater hast du ja immer Probe und Vorstellung“, sagt er. „Es gibt nicht viel anderes, das ich mache. Und wenn wir zum Beispiel nach einer Premiere mal was trinken gehen, dann immer mit Kollegen.“ Was auch schön sei. Aber eben auch etwas einseitig.

In Dortmund knüpfte er an sein altes Hobby an: Tischtennis

Schmieder suchte nach einem Ausgleich. Als Junge spielte er Tischtennis, bis er zur Armee ging. In Dortmund wollte er das alte Hobby wieder aufnehmen.

Ganz in der Nähe seiner Wohnung in der östlichen Innenstadt trainiert die Tischtennisabteilung des DJK TuS Körne.

„Ein Verein mit Spaß im Vordergrund!“ steht oben auf deren Internetseite. Hier wollen zwar alle gewinnen, aber fiesen Leistungsdruck gebe es nicht.

Topspin statt Hamlet: Schauspieler Uwe Schmieder befreit seinen Geist in Körne

Sein Beruf erlaubt es Uwe Schmieder nicht, jedes Mal zum Training zu kommen. „Aber wenn ich Zeit habe, bin ich da“, sagt er. © Tilman Abegg

„Ich bin hier der einzige Künstler. Das ist eine ganz andere Qualität des Zusammenseins“, sagt Schmieder bei einer Zigarette vor dem Training an der Turnhalle. Das hier, das Training und die Spiele mit dem Verein, seien für ihn die einzige Möglichkeit, mal andere Menschen zu treffen.

„Hier rede ich nicht über Kunst“, sagt Schmieder. „Hier bin ich eher der Zuhörer. Die Menschen hier haben andere Dinge, über die sie nachdenken und sprechen. Das ist schön und gut so, da bin ich gern dabei.“

Topspin statt Hamlet: Schauspieler Uwe Schmieder befreit seinen Geist in Körne

Uwe Schmieder hat immer schnell ein Lächeln auf den Lippen. Aber solange der Ball im Spiel ist, ist Schmieder ernst und konzentriert. © Tilman Abegg

Und dann ist Tischtennis ja auch Sport. „Die zweieinhalb Stunden Training halten mich beweglich. Tischtennis ist ein Sport, der sich dem Körper anpasst.“ Jeder spiele ihn auf seine Art, die Jüngeren schneller und aggressiver, die Älteren langsamer und trickreicher.

Schmieder spielt sich warm, dann spielt er ein Trainingsspiel gegen einen der anderen, schlägt hochkonzentriert, treibt sich an seine Grenzen, gewinnt knapp mit 5 zu 4 Sätzen und reißt jubelnd die Arme hoch. „Das ist ein ganz anderes Schwitzen hier. Auf der Bühne sind es oft die Scheinwerfer, die einen zum Schwitzen bringen. Hier kommt es aus dir heraus.“

Topspin statt Hamlet: Schauspieler Uwe Schmieder befreit seinen Geist in Körne

Uwe Schmieder bejubelt seinen Sieg gegen einen Vereinskameraden. Geschenkt hatten sie sich nichts in dem Spiel. © Tilman Abegg

So schützen sich die anderen

So schützen sich die Bläser: Mit dem Fullface-Helm zum Konzert

So schützen sich die Tänzerin und der Sänger: Wärme ist alles

So schützt sich der KJT-Schauspieler: Unter der Leopardendecke

So schützt sich der Bratschist: Auf die Matte

So schützt sich die Oboistin: Im Wasser heilt der Rücken

Zurück zum Hauptartikel

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt