Tote Frau in der Nordstadt: Ehemann (59) äußert sich - neue Details zum Todesabend

mlzTotschlag

Erst tranken sie etwas in einer Gaststätte, dann gab es Streit. Der 59-Jährige, der in der Nacht zu Freitag seine Frau (35) erschlagen haben soll, hat sich geäußert – Rätsel gibt es weiter.

Dortmund

, 24.09.2019, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob der Abend am Donnerstag (19.9.) in der Gaststätte an der Rheinischen Straße begann, ist nicht klar. Wo er endete, hingegen schon: Eine 35-jährige Frau starb, wurde tot am Freitagmorgen in ihrer Wohnung gefunden. Gestorben, so die Staatsanwaltschaft, durch massive Gewalt gegen den Kopf und Strangulation. Jetzt hat sich der Ehemann der Frau geäußert. Er sitzt seit Freitag in Haft.

„Er hat eingeräumt, gegenüber seiner Frau gewalttätig geworden zu sein“, erklärt Staatsanwalt Felix Giesenregen. Das sei allerdings „kein glasklares Geständnis“, so der Staatsanwalt weiter. Der 59-Jährige habe erklärt, er könne sich nicht weiter erinnern.

Staatsanwaltschaft ermittelt Ablauf des Abends

Fest steht für Giesenregen, dass sich das polnische Ehepaar in einer Gaststätte an der Rheinischen Straße aufgehalten hat, bevor es dann zum tödlichen Ende kam. „Jetzt müssen wir die Hintergründe weiter ermitteln, herausfinden, was an dem Abend wirklich passiert ist.“

Dazu würden nun auch die Menschen befragt, mit denen das Ehepaar unterwegs war.

Blutproben sollen Klarheit über Alkohol-Konsum bringen

Gegen Mitternacht kam das Paar offenbar mit einem Taxi wieder nach Hause. Gegenüber der gemeinsamen Wohnung in der Nordstadt liegt ein Kiosk. Dessen Besitzer Deniz Gineli wollte gerade Feierabend machen, als ihn sein Kollege auf die beiden aufmerksam machte. Der Mann habe eine Frau geschlagen und ins Haus gezogen, sagte er später. Und er habe betrunken gewirkt.

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Ob und wie viel Alkohol dabei im Spiel war, dazu hat Staatsanwalt Giesenregen noch keine Erkenntnisse. „Wir haben eine Blutprobe von dem Mann und auch von der Verstorbenen in Auftrag gegeben“, erklärt Giesenregen. Das Ergebnis sei noch offen.

Kiosk-Besitzer: „Sie lebte noch“

Gineli und sein Kollege, so sagen sie, klopften in dieser Nacht jedenfalls beunruhigt an die Tür. Der Mann habe aufgemacht und der Kiosk-Betreiber und sein Mitarbeiter erkundigten sich, ob alles in Ordnung sei. Da sahen sie die 35-Jährige auf der Treppe sitzend. „Sie hat noch gelebt“, sagte Gineli.

Da Streitigkeiten zwischen dem Ehepaar öfter vorgekommen seien, habe man auch nicht die Polizei gerufen. Am Kiosk war der Mann durchaus bekannt.

Obduktionsergebnis war ausschlaggebend

Die Polizei alarmierten letztlich die Rettungskräfte, die am Freitagmorgen eine Bekannte des Paares angerufen hatte. Die Verletzungen der Frau hatte der 59-Jährige mit einem Treppensturz begründet - das kam den Sanitätern merkwürdig vor.

Die Obduktion der 35-Jährigen ergab dann, dass die Todesursache auf keinen Fall ein Sturz gewesen sein konnte. Das wiederum gab den Ausschlag für die weiteren Ermittlungen der Polizei.

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