Tote Frau in Wohnung: Kinder waren während der Tat im Nebenzimmer

mlzEhemann festgenommen

Eine Frau ist am Montagmorgen im Ostwallviertel tot in ihrer Wohnung gefunden worden, ihr Ehemann wurde festgenommen. Erste Ermittlungen deuten auf ein schreckliches Familienleben hin.

Dortmund

, 24.02.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den frühen Morgenstunden des Montags (24.2.) wurde eine 30-jährige Frau tot in einer Wohnung in der Dortmunder Innenstadt gefunden. Das berichten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Weitere Informationen deuten auf ein schreckliches Familienleben hin.

„Aufgrund der Auffindesituation und der ersten Ermittlungsergebnisse besteht der Verdacht eines Tötungsdelikts“, so die Ermittler. Dringend tatverdächtig ist der 41-jährige Ehemann, der gegen 6.30 Uhr selbst den Notruf der Feuerwehr gewählt hatte. Polizeibeamte nahmen ihn fest.

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„Wir gehen von einer Gewalteinwirkung gegen den Hals aus“, sagt Staatsanwalt Henner Kruse. Besonders viel Blut sei am Fundort nicht zu sehen gewesen, der Verdächtige befinde sich am Mittag jedoch selbst mit Messerverletzungen im Krankenhaus. „Wir gehen aber davon aus, dass er sich die selbst zugefügt hat“, so Kruse.

Bei seiner Festnahme habe der Mann angegeben, dass es einen Streit gegeben habe. „Nach ersten Erkenntnissen gab es bereits Verfahren wegen häuslicher Gewalt“, sagt Henner Kruse. Das sei im Raum Aachen gewesen, wo das Paar vorher zusammenlebte.

„Wir wissen, dass er sich von ihr fernhalten sollte“

Dann ging die Mutter von vier gemeinsamen Kindern in ein Frauenhaus. Erst seit kurzer Zeit wohnte sie an der Viktoriastraße im östlichen Bereich der Dortmunder City. Offenbar gab es in den vergangenen Wochen dann nach längerer Zeit der Trennung dann wieder Kontakt zu dem Ehemann. „Wir wissen, dass er sich von ihr fernhalten sollte“, sagt der Staatsanwalt.

Die Kinder (zwischen zwei und sieben Jahre alt) waren offenbar zur Tatzeit in der Wohnung. Sie haben die Tat aber wohl nicht mit angesehen. Am Montagmittag befanden sie sich in Obhut des Jugendamtes.

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Währenddessen waren die Kriminaltechniker noch in der Wohnung an der Viktoriastraße im Einsatz - nur wenige hundert Meter vom Ostwall entfernt, wo sich die ersten Feiernden zum Rosenmontagszug versammelten.

Für den Staatsanwalt ist diese Art der Beziehung, mit häuslicher Gewalt, erneuter Annäherung und schließlich einer schlimmen Gewalttat kein ungewöhnlicher Leidensweg. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Die genaue Todesursache soll im Rahmen einer Obduktion, die laut Polizei und Staatsanwaltschaft erst am Dienstag stattfinden kann, geklärt werden.

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