Traum aus Licht und Feuer

Hörde Als Heimatforscher Willi Garth am Samstag um 15.30 Uhr auf die Hörder Burgstraße abbog, dachte er, ihn trifft der Schlag.

16.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Menschenschlangen schoben sich bis zur Faßstraße. "Wahnsinn", hörte man Garth mehrfach in der Nacht staunen. "Wir müssen die Führungen vierteln", beschloss der Heimatverein und schleuste Hundertschaften durch das alte Gemäuer. Von 3000 Menschen wurde die Hörder Burg in der Museumsnacht überrannt - 1000 mehr als im vergangenen Jahr.

Hörder Kupferbräu

Für Kinder war der Burgplatz ein Ritterparadies, für die Erwachsenen in den Abendstunden ein Traum. Ein Kunstwerk aus Licht hat Jörg Rost für eine Nacht geschaffen. Die Ritter hatten sich gemütlich eingerichtet in ihren Zelten, sogar nachts darin geschlafen. Viel "Handgeklapper" bekamen die Darsteller der Sigiburger Zeitreise für ihre Schwertkämpfe und die mittelalterlichen Akrobaten für ihre Feuershows. Erst am Vorabend hatte die gebuchte Feuertruppe abgesagt, kurzfristig hatten Heimatverein und Stadtbezirksmarketing eine Gruppe aus Hannover engagiert. Sie kam gerne nach Hörde - wie die Besucher, denen auch das mittelalterliche Hörder Kupferbräu schmeckte. Bestens amüsiert hat sich auch Bezirksvorsteher Manfred Renno (ohne Rüstung: "Die quietscht zu sehr, sagt meine Frau").

Eine Oase im Trubel der Nacht war der "Farbraum". Auch er platzte aus allen Nähten, als Ines Burkhard erotische Gedichte von Erich Fried, Goethe und Else Lasker-Schüler vor Bildern von Helene Ravn las. Auch Frieds "Vorübungen für ein Wunder", von denen es in dieser Nacht so viele gab. "Die Bilder sind so kommunikativ und modern, deshalb passen sie so schön zu Frieds Gedichten", freute sich die Kammerschauspielerin.

Kontraste

Geschwitzt und gefroren hat Steinbildhauer Horst Wegener vor dem Atelier Anschnitt. Aus einem Sandstein-Block meißelte er einen VW-Bulli. Und auch die Kinder durften sich als Steinmetz versuchen. Gut besucht waren die Malkurse im Atelier und die Ausstellung der Künstlergruppe ductus, u.a. mit originellen "Küchenbildern" von Metallbildhauerin Barbara Abendroth, Holzschnitten von Tanja Melina Moszyk und großer Kupferbild-Malerei von Brigitte Bailer. - Es war eine kontrastreiche Nacht in Hörde. JG

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