Aus für Leuchtturm-Projekt: Der Traum vom neuen Bürger- und Kulturzentrum ist geplatzt

mlzWestfälisches Schulmuseum

Aus dem Westfälischen Schulmuseum wird nun doch kein Bürger- und Kulturzentrum. Einen Verein im Stadtteil wird diese Nachricht besonders hart treffen.

Marten

, 21.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Variante A oder Variante B? Klassische Gebäudesanierung oder Ausbau zum Bürger- und Kulturzentrum? Die Würfel für die Zukunft des Westfälischen Schulmuseums sind gefallen.

113 Jahre alt ist das Martener Schulgebäude, seit 29 Jahren wird es als Museum genutzt. Das hohe Alter zeigt Spuren: Fast alle Wände sind feucht und leiden zum Teil unter Schimmelbefall, die Toiletten im Kellergeschoss entsprechen weder optisch noch hygienisch den heutigen Ansprüchen.

Darüber hinaus fehlen dem Gebäude der erforderliche Brandschutz und Barrierefreiheit. Neben der Beseitigung der technischen und baulichen Mängel ist zudem eine Modernisierung der Dauerausstellung nötig, um das Zielpublikum weiter zu erreichen.

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Alle Aspekte haben dazu geführt, dass der Rat eine grundlegende Sanierung des Museums samt Neukonzeption der Dauerausstellung bereits im Dezember 2018 beschlossen hat. Gleichzeitig fasste man eine größere Lösung ins Auge: Der gesamte Schulkomplex mit seinem Platanen-Schulhof und Pavillon aus den 1960er-Jahren könnte komplett neu gestaltet und zu einem Bürger- und Kulturzentrum ausgebaut werden.

Aus für Leuchtturm-Projekt: Der Traum vom neuen Bürger- und Kulturzentrum ist geplatzt

Die Dauerausstelllung des Schulmuseums wird modernisiert. © Stephan Schütze (Archiv)

Für die klassische Sanierung liegen die Gesamtkosten bei rund 2,7 Millionen Euro, die große Lösung (Variante B) schlägt mit rund 6,9 Mio. Euro zu Buche. Mittlerweile steht fest: Die Pläne für das Bürger- und Kulturzentrum sind vom Tisch, das Martener Leuchtturm-Projekt ist gescheitert.

Heimat-Ministerium lässt Förderantrag durchfallen

Der Grund: Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung wird Variante B mit dem erhofften Förderumfang von 80 Prozent nicht unterstützen. So steht es im Sachstandsbericht zur Weiterentwicklung des Westfälischen Schulmuseums, der auf der Tagesordnung des Kultur-Ausschusses am 28. Januar (Dienstag) steht.

Demnach legte das Amt für Stadterneuerung den Förderantrag im September 2019 der zuständigen Stelle der Bezirksregierung Arnsberg vor. Dieses Gespräch habe nach eingehender Prüfung ergeben, dass der geplante Neubau eines Bürger- und Kulturzentrums nicht aus den Mitteln des Förderprogramms „Heimat-Zeugnis“ finanziert werden könne.

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Mit diesem Programm unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Heimatprojekte. Dazu gehören Bauwerke, die lokale oder regionale Geschichte präsentieren – wie es auch das Schulmuseum macht. Doch Variante B, heißt es im Sachstandsbericht, erfülle diese Fördervoraussetzungen nicht. „Ein Neubau ist kein Heimatprojekt“, erklärt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Enttäuschung für Martener Bürgerschützen

Vor allem die Martener Bürgerschützen dürften diese Entwicklungen enttäuschen. Denn im Zuge des Neubaus sollten sie neue Vereinsräume bekommen. Stattdessen müssen sie sich nun weiter mit ihrem maroden Pavillon begnügen.

CDU-Ratsvertreter Heinz Neumann hingegen freut sich: „Damit werden die Wünsche der CDU voll erfüllt. (...) Unabhängig davon, dass den Steuerzahlern rund 4-5 Millionen weniger abgenommen werden, müssen die Besucher der AWO nicht umziehen und die Bürger können weiter im ,Meilenstein‘ ihren Aktivitäten nachkommen; diese – und vor allem auch die Schützen – werden vor hohen Ausgaben, wie Mieten und Nebenkosten, in einem Neubau bewahrt.“

Stadt schreibt Gestalter-Wettbewerb aus

Die Kulturbetriebe, heißt es weiter in dem Bericht, werden nun mit der Planung von Variante A fortfahren. Für die Modernisierung der Ausstellung wird ein Gestalter-Wettbewerb ausgeschrieben.

Zudem soll für die kleine Lösung noch einmal ein Förderantrag für das „Heimat-Zeugnis“ beim Heimat-Ministerium gestellt werden. Zudem hofft die Stadt auf Unterstützung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

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