Trotz Corona: Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Belastungen bleiben geöffnet

Medizinische Grundversorgung

Sie zählt zur medizinischen Grundversorgung: Die Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Die betroffenen Praxen öffnen ihre Türen auch in Zeiten des Coronavirus.

Dortmund

von Nick Kaspers

, 23.03.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Praxen für Kinder

Die Praxen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bleiben auch zu Corona-Zeiten weiterhin geöffnet. © picture alliance/dpa

Menschen könnten sich „anders verhalten“, wenn sie durch das Coronavirus für längere Zeit auf engem Raum zusammenleben. Das befürchtet zumindest NRW-Innenminister Herbert Reul, wie er in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ am Sonntagabend (22.3.) zum Ausdruck brachte.

Reul erahnt deshalb eine Zunahme häuslicher Gewalt. Gleichzeitig werden jedoch Hilfsangebote wie Jugendämter oder begleitende Familienhilfen auf den Notdienst reduziert.

Das Kompetenznetz der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Westfalen-Lippe hält dies für eine Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, erklärt der Verein in einer Pressemitteilung.

Behandlungen von Bezugspersonen möglich

Der Verein teilt mit, dass man „aus Sorge um die Entwicklungen im Bereich psychischer Belastungen“ darauf hinweise, dass „die Praxen auch zu Corona-Zeiten weiterhin geöffnet bleiben“. Wenn man Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln einhalten würde, zähle die Psychotherapie zur medizinischen Grundversorgung.

Neben der Behandlung von Kindern und Jugendlichen würde man auch Bezugspersonen im Verhältnis eins zu vier (eine Bezugsperson, vier Kinder/ Jugendliche) mitbehandeln - meist als Familiengespräch.

In Zukunft wolle man auch Sprechstunden per Online-Video oder Telefon ermöglichen. So könnten auch Familien unter Quarantäne vom Angebot Gebrauch machen.

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